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20. Juni 2017

Grimme Institut

Diskussion über die Arte-Dokumentation zu Antisemitismus

Die umstrittene Fernsehdokumentation über Antisemitismus ist am Donnerstag Thema einer Diskussionsrunde des Grimme Instituts. Vor der Diskussion im Haus der Bildung der Volkshochschule Bonn wird die Arte-Dokumentation gezeigt.

  1. Szene aus dem Film Foto: dpa

Die umstrittene Fernsehdokumentation über Antisemitismus ist am Donnerstag Thema einer Diskussionsrunde des Grimme Instituts. Man wolle die Debatte um den Film "Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa" aufgreifen und "aus der Grimme-Perspektive – der Qualität und publizistischen Verantwortung – mit den Machern, den Verantwortlichen und den Gästen diskutieren", kündigte die Direktorin des Grimme Instituts, Frauke Ger-lach, am Montag in Marl an. Vor der Diskussion im Haus der Bildung der Volkshochschule Bonn wird die Arte-Dokumentation gezeigt.

Arte weigert sich, die Dokumentation zu senden, und erklärte im Mai, der produzierte Film entspreche nicht dem geplanten Projekt. Auch der WDR, bei dem laut ARD inzwischen die Ausstrahlungsrechte liegen, hat die TV-Dokumentation bisher nicht gezeigt und verweist auf "handwerkliche Bedenken". Das Erste sendet den Film von Joachim Schroeder und Sophie Hafner am Mittwochabend. Im Anschluss greift eine Diskussionssendung mit Sandra Maischberger das Thema auf. "Bild.de" hat die Dokumentation in der vergangenen Woche für 24 Stunden gezeigt. Wie das Grimme Institut erklärte, werfen das Verhalten der Senderverantwortlichen, die kritische Bewertung des Inhalts der Dokumentation sowie ihre Veröffentlichung auf der Internetseite der Bild Fragen nach der Verantwortung der Medien auf, die im Spannungsfeld zwischen Programmauftrag, redaktioneller Freiheit und gesellschaftlicher Verpflichtung agieren. Zugleich gehe es um Fragen der Qualität und des journalistischen Handwerks und darum, welche Maßstäbe es hier anzusetzen gelte.

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An der Diskussion in Bonn nehmen neben Gerlach die beiden freien Journalisten, Medienkritiker und Grimme-Preis-Juroren Fritz Wolf und René Martens teil sowie Verantwortliche der Sender und die Schriftstellerin und Journalistin Mirna Funk, wie es hieß. Die Moderation übernimmt der Journalist und Radiomoderator Volker Wieprecht.

Die für Arte in Auftrag gegebene Dokumentation zu Antisemitismus in Europa verantwortet die Arte-Redaktion des WDR. An der Vorgehensweise der Sender gab es viel Kritik.

Autor: epd