Lebenslustig – und verzweifelt

dpa

Von dpa

Di, 04. September 2018

Computer & Medien

In dem ARD-Drama "Alles Isy" geht es um sexuelle Gewalt.

Nach dieser Nacht ist nichts mehr wie zuvor. Die Schülerin Isy wird bei einer Party vergewaltigt – von ihren Mitschülern. Das Filmdrama "Alles Isy" greift ein Problem auf, das selten öffentlich thematisiert wird: sexuelle Gewalt unter Jugendlichen. Das Erste zeigt den Film von Mark Monheim und Max Eipp am Mittwochabend. Die sensible Auseinandersetzung mit einem Tabuthema punktet mit einem spannenden, realistischen Plot und hervorragenden Schauspielern.

Der 16-jährige Jonas (Michelangelo Fortuzzi) ist verliebt – in seine beste Freundin Isy (Milena Tscharntke). Das Mädchen hat aber nur Augen für den älteren Tim. Der frustrierte Jonas betrinkt sich und nimmt zusammen mit seinen Freunden Drogen. Als Isys Schwarm Tim auf der Party mit seiner Ex-Freundin knutscht, ist sie außer sich und versucht, ihren Liebeskummer ebenfalls mit Drogen zu betäuben. Die Feier in einem gutbürgerlichen Viertel Berlins läuft auch sonst aus dem Ruder. Jemand hat einen Hinweis auf die Party auf Facebook gepostet, immer mehr unbekannte Leute tauchen auf. Als Isy von den Drogen komplett benebelt ist, wird sie von Jonas und zwei anderen Klassenkameraden vergewaltigt. Isy fühlt sich am nächsten Morgen schlecht, weiß aber nicht mehr, was passiert ist. Schließlich vertraut sie sich ihrer Mutter Bea (Claudia Mehnert) an, die das Mädchen zum Frauenarzt, zu einer Beratungsstelle für Opfer sexueller Gewalt und zur Gewaltschutzambulanz begleitet. "Vielleicht hat mich auch einer gefilmt und ich bin jetzt ein Sex-Freak im Internet. Dann kann ich mich gleich umbringen", sagt Isy panisch. Auch Jonas ist verzweifelt. "Ich kann das nicht einfach so vergessen", sagt er zu seinem abgebrühten Freund und Mittäter Lenny – und vertraut sich ebenfalls seinen Eltern an.

Die 22-jährige Milena Tscharntke und der 17-jährige Michelangelo Fortuzzi bewältigen ihre schwierigen Rollen mit Bravour. Ihre ambivalenten Figuren schwanken zwischen neugieriger Lebenslust, existenzieller Verunsicherung und tragischer Opfer-Täter-Beziehung. Der Film zeigt auch die Schwierigkeiten, die es nicht nur in Extrem-Situationen bei der Verständigung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen gibt – zu unterschiedlich scheinen die Lebenswelten, in denen sie sich bewegen.

"Alles Isy": Mittwoch, 5. Sept., 20.15 Uhr.