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24. Januar 2009 09:02 Uhr
Hornschlittenrennen in Elbenschwand
"Courage muss man schon haben"
Walter Seiler ist mit seinen 68 Jahren immer noch ein begeisterter Hornschlittenfahrer. Seine ganze Familie ist vom Schlitten-Fieber infiziert – und schlittert regelmäßig auf die vorderern Plätze.
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Geizt der Winter nicht mit Schnee, bieten die Hornschlittenrennen am Wolfsacker dem Publikum ein rasantes Spektakel. Dafür verantwortlich ist seit über 20 Jahren Walter Seiler als Organisator ((rechts oben). Er fährt auch selbst Rennen (unten sitzt er mit dem Enkel auf dem Feuerteufelschlitten). Foto: Marie Leschik, Ralph Dorweiler
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Foto: Marie Leschik
ELBENSCHWAND. Rasante Abfahrten, aufstäubender Schnee, jubelnde Zuschauer, Hornschnaps, krachendes Holz – das sind die Bilder und Elemente, die viele Menschen mit den Hornschlittenrennen in Elbenschwand verbinden. Und nach den vergangenen zwei Jahren auch Szenen wie Schneemangel und Absagen. Aber die Wenigsten wissen, dass man die Elbenschwander Teams auch bei Rennen anderorts anfeuern kann. Und dort feiern sie sogar einige Erfolge.
Angefangen hat alles mit einem Besuch des Hornschlittenrennens in Menzenschwand, wo die ungewöhnliche Sportart schon seit 1976 ausgeübt wird. Der Organisator der Elbenschwander Veranstaltung,Walter Seiler, und seine Kinder verfolgten damals das Rennen mit großer Faszination. So reifte der Entschluss dieses Ereignis auf Elbenschwand zu übertragen. Martin Seiler, der älteste Sohn der Familie, ist gelernter Modellbauer und baute mehrere Hornschlitten nach Menzenschwander Vorbild. Seitdem ist die ganze Familie Seiler im Hornschlitten-Fieber und fast alle Familienmitglieder haben inzwischen an zahlreichen Rennen teilgenommen.Werbung
"Courage muss man zum Hornschlittenfahren schon haben", sagt Walter Seiler über sein Hobby. Denn auf dem unhandlichen Schlitten steile Hänge herunter zu rasen, ist nicht ungefährlich und keineswegs einfach. Gesteuert wird nämlich nur mit den Füßen und durch Gewichtsverlagerung. "Aber wenn man einmal weiß, wie es funktioniert, ist es halb so wild", meint der 68-Jährige. Zur Vorbereitung genügen Walter Seiler deshalb jährlich zwei bis drei Trainingsläufe.
In den vergangenen beiden Jahren fand wegen Schneemangels ohnehin nur ein einziges Hornschlittenrennen im gesamten Bezirk statt, nämlich am 18. Februar 2007 in Waldau. Dort belegten Walter Seiler und sein Partner Ulli Muffler mit ihrem Schlitten "Feuerteufel" den dritten Platz. Kein ungewöhnliches Ergebnis für die Hornschlittenfreunde Elbenschwand. "Bei den auswärtigen Rennen sind meine Söhne meistens unter den ersten drei Schlitten", erzählt Seiler.
Seit 1986 ist das Hornschlittenrennen nun schon Bestandteil der Gemeindekultur, tatsächlich veranstaltet wurde es bisher allerdings nur 13-mal. Da die zwei Kilometer lange Strecke am Wolfsacker größtenteils durch den Wald führt, fällt selten genug Schnee durch die dicht stehenden Bäume, um die Strecke entsprechend zu präparieren. Und gerade das ist enorm wichtig in Elbenschwand. Denn bei keinem anderen Hornschlittenrennen im Umkreis erreichen die Schlitten so hohe Geschwindigkeiten. Um das Unfallrisiko möglichst klein zu halten, werden bei guten Wetterverhältnissen Schneewände aufgebaut. Dabei ist man vor allem auf die Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Elbenschwand angewiesen, bei der Walter Seiler 27 Jahre lang als Kommandant tätig war und noch heute aktiv Mitglied ist. Die Feuerwehr aus Raich stellt außerdem zwei bis drei Streckenposten, die im Falle eines Unfalls über Funk einen der sechs Ersthelfer des Deutschen Roten Kreuzes zu Hilfe rufen können. Die Rennleitung setzt sich aus René Bauer und Walter Seiler zusammen.
Jedes Team hat zwei Renn-Durchläufe, deren Zeiten für das Endergebnis zusammengezählt werden. Natürlich mischen in Elbenschwand die Seilers immer vorne mit. Ihr erfolgreichstes Jahr war 2003. Hier belegte Markus Seiler mit seinem Partner Fritz Rössler den ersten Platz. Auf Rang zwei folgten Andreas Seiler und Holger Friedlin. Walter Seiler fuhr mit Ulli Muffler auf den dritten Platz. Auch Tochter Christel war früher begeisterte Hornschlittenfahrerin und platzierte sich in Elbenschwand meistens auf Rang 1.
Inzwischen ist es aber so, dass die jüngeren Hornschlittenfreunde familiär und beruflich stärker eingespannt sind und viele ältere Fahrer aus gesundheitlichen Gründen das Hobby aufgeben. Die Teilnehmerzahl nimmt jedes Jahr ab. Walter Seiler will jedoch, wenn es die Gesundheit zulässt, noch bis zu seinem 70. Lebensjahr Hornschlitten fahren.
Autor: Marie Leschik


