Best never rest

Der deutsche WM-Slogan ist Favorit für den Sprachpanscher des Jahres

Ines Alender

Von Ines Alender

Di, 12. Juni 2018 um 23:55 Uhr

Fußball-WM

Die Sprachpäpste kritisieren den Spruch "Best never rest", mit dem der DFB die deutsche Nationalmannschaft zur am Donnerstag beginnenden Fußball-WM nach Russland schickt.

Die Sprache an sich und die englische im Besonderen ist nicht immer einfach. Viele hadern damit, auch manche Fußballer. Lothar Matthäus zum Beispiel. Einst stellte er sich bei den New York Metro Stars vor: "I hope we have a little bit lucky" (Ich hoffe, wir haben ein bisschen glücklich). Und zu den besten Sprüchen gehört zweifelslos Roman Weidenfellers Satz nach dem Gewinn des Meistertitels mit Borussia Dortmund (2011): "I think we have a grandios Saison gespielt!" (Ich denke, wir haben eine...)

Dass allerdings auch das übergeordnete Unternehmen, also der Deutsche Fußball-Bund (DFB), für sprachliche Aussetzer prädestiniert ist, ist bisher eher nicht aufgefallen. Genau dieses steht nämlich bei der Wahl zum "Sprachpanscher" des Jahres 2018 ganz oben auf der Kandidatenliste, wie der Verein Deutsche Sprache (VDS) mitteilte.

Die Sprachpäpste kritisieren den Spruch "Best never rest", mit dem der DFB die deutsche Nationalmannschaft zur am Donnerstag beginnenden Fußball-WM nach Russland schickt. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass das "V" im Wort "never" eigentlich groß geschrieben wird, um an den angestrebten, fünften Weltmeistertitel zu erinnern. Das macht es aber kaum besser.

Wahrscheinlich sollte der Spruch, den der DFB mit seinem Sponsor Mercedes-Benz vorstellte und der von der Berliner Agentur Antoni Garage stammt, kurz und knackig sein. Kurz ist er jedenfalls. Zu kurz, wie mancher nun mäkelt. Korrekt müsste es "The best never rest" heißen, also: Die Besten ruhen nie. Ohne das "the" klinge der Spruch "wie die ungelenke Formulierung eines russischen Englischschülers im ersten Lernjahr", sagt der VDS. Nun gut, wenigstens findet die WM ja in Russland statt. Aber damit nicht genug.

Auch inhaltlich hagelte es seit Bekanntwerden im März Kritik: Ein solcher Satz in Zeiten des Leistungsdrucks sei unverantwortlich, meinen manche. Oder wie es vielleicht Roman Weidenfeller und Lothar Matthäus sagen würden: Scheiße happens (dumm gelaufen).