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22. Januar 2016 09:59 Uhr

Rheinland-Pfalz

Ex-ZDF-Chef: SWR muss Elefantenrunde absagen

Der SWR solle die Elefantenrunde nach der Absage der rheinland-pfälzischen CDU-Chefin Julia Klöckner ganz absagen – das fordert des EX-Chefredakteur des ZDF, Nikolaus Brender.

  1. Ex-Chefredakteur Nikolaus Brender fordert die Absage der SWR-Debatte. Foto: dpa

Nach der Absage der rheinland-pfälzischen CDU-Chefin Julia Klöckner für die SWR-Fernsehdebatte vor der Landtagswahl am 13. März hat sich Ex-ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender für eine Absage der Sendung ausgesprochen. Spätestens nach Klöckners Schritt müsse der Sender die Runde nun kippen, sagte er der "Berliner Zeitung".

Kein Sender solle sich vorschreiben lassen, wen er einlade

Dies hätte der SWR nach Meinung Brenders schon nach der Drohung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), sich nicht an einen Tisch mit der AfD zu setzen, tun sollen. Kein Sender dürfe sich vorschreiben lassen, wen er zu einer Diskussionsrunde einlade. "Die Sender bestimmen, wer in eine Sendung kommt. Diese Programmhoheit ist auch durch mehrere Gerichtsurteile bestätigt."

Wegen Dreyers Haltung hatte der SWR nur die Spitzenkandidaten von SPD, CDU und Grünen eingeladen und nicht, wie zuvor erwogen, auch AfD, FDP und Linke. Daraufhin hatte zuletzt dann Klöckner abgesagt und Dreyer "Erpressung" vorgeworfen.

Dreyer: Sender habe gegen Gepflogenheiten verstoßen

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Dreyer verteidigte ihre Entscheidung am Freitag im Deutschlandradio Kultur, nicht an der sogenannten Elefantenrunde teilzunehmen, wenn auch ein Vertreter der rechtskonservativen AfD dabei ist. Sie sei frei in ihrer Entscheidung, und der SWR sei frei, die Runden vorzugeben. Dem Sender warf sie vor, in seiner Planung von der üblichen Zusammensetzung der Fernsehdebatten abgewichen zu sein.

Eine Erpressung des SWR durch ihre Nicht-Teilnahme sehe sie nicht, sagte die SPD-Politikerin. Allerdings habe der Sender gegen die Gepflogenheit verstoßen, dass nur im jeweiligen Parlament vertretene Parteien zur Elefantenrunde eingeladen werden. Der SWR habe einen Vorschlag gemacht, der abweiche von allen Verfahren in der Vergangenheit. "Er ist jetzt in der Situation, aber auch in der Pflicht, mit dieser Frage einfach umzugehen", sagte Dreyer.

Autor: dpa, epd