"Anwältinnen ohne Grenzen"

Für Frauenrechte unermüdlich im Einsatz

Christian Rath

Von Christian Rath

Sa, 30. März 2013

Deutschland

Der Freiburger Verein "Anwältinnen ohne Grenzen" erhält den Maria-Otto-Preis / Laudatio von Gesine Schwan.

FREIBURG/BERLIN. Das Ziel ist groß, der Verein aber noch klein. Jetzt bekommt die Organisation "Anwältinnen ohne Grenzen", die vor allem aus Freiburger Juristinnen besteht, immerhin eine Auszeichnung. Der Deutsche Anwaltverein (DAV) belohnt ihren Einsatz für Frauenrechte mit seinem Maria-Otto-Preis.

"Anwältinnen ohne Grenzen" wurde 2007 in Freiburg von elf Juristinnen gegründet und hat heute 31 Mitglieder. Zwar lebt die Mehrheit der Aktiven in Freiburg, doch hat die Organisation einen globalen Anspruch. Immerhin kommen ihre Mitglieder aus 14 Staaten, von Georgien über Iran bis Nigeria und Brasilien.

Motor des Vereins ist Jasmina Prpic. Die Bosnierin kam 1992 als Kriegsflüchtling nach Deutschland. Zu Hause war sie als Richterin und später als Anwältin tätig. In Deutschland wurden ihre Abschlüsse aber nicht anerkannt. Deshalb verdient sie heute ihren Lebensunterhalt als Dolmetscherin für Gerichte. Hauptsächlich aber setzt sie sich für Menschenrechte ein. Im Vorjahr bekam sie dafür von der Europäischen Bewegung Deutschlands den Preis "Frau Europas" (die BZ berichtete). Diesmal geht die Auszeichnung aber ausdrücklich an den Verein "Anwältinnen ohne Grenzen". Neben der Vorsitzenden Jasmina Prpic wird der Preis auch ihren Stellvertreterinnen, der Familienrechts-Anwältin Regina Schaaber und der spanisch-palästinensischen Anwältin Siba Irsheid überreicht. Bei der Preisverleihung in Berlin wird am 15. Mai die Politikprofessorin Gesine Schwan die Laudatio halten.

Ziel von "Anwältinnen ohne Grenzen" ist der internationale Austausch über Frauenrechte und deren Durchsetzung. So werden im Oktober Frauen aus Tunesien, Libyen und Ägypten zu einem Workshop nach Freiburg kommen. Weitere Seminare mit Juristinnen vom Balkan, aus Chile und Georgien sind in Vorbereitung.

Bisher arbeiten die "Anwältinnen ohne Grenzen" ehrenamtlich. Auch der Maria-Otto-Preis, der nach der ersten in Deutschland zugelassenen Rechtsanwältin benannt wurde, ist ein undotierter Ehrenpreis. Jasmina Prpic freut sich dennoch sehr: "Je mehr unsere Arbeit anerkannt wird, um so größer ist auch die Chance auf eine dringend nötige finanzielle Förderung."