Kriminalstatistik

Mehr Straftaten durch Zuwanderer

Norbert Wallet

Von Norbert Wallet

Di, 25. April 2017 um 00:00 Uhr

Deutschland

Der Anteil nichtdeutscher Straftäter ist laut Polizei 2016 stark angestiegen. Oft werden Migranten selbst zu Opfern. Besorgniserregend ist auch die Zunahme politisch motivierter Kriminalität.

Ausführlich geht die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2016 darauf ein, welchen Anteil Zuwanderer an der Entwicklung der Kriminalität in Deutschland haben. Die angemessene Deutung der Zahlenkolonnen dürfte die Politik noch längere Zeit, womöglich bis zu den kommenden Bundestagswahlen im September, beschäftigen.

So viel lässt sich gesichert sagen: Während die Zahl der deutschen Tatverdächtigen um 3,4 Prozent zurückgegangen ist, stieg die Zahl der nicht deutschen Tatverdächtigen um 10,9 Prozent. Herausgerechnet sind dabei immer ausländerrechtliche Verstöße wie etwa Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz oder Ähnliches, die nur von Ausländern begangen werden können.

Insgesamt sind 40,4 Prozent aller Tatverdächtigen Ausländer. Betrachtet man die Gruppe der Zuwanderer (also Asylbewerber, Geduldete und Bürgerkriegsflüchtlinge) besonders, fällt Folgendes auf: Ihr Anteil an allen Tatverdächtigen wuchs zwar im vergangenen Jahr "nur" von 5,7 auf 8,6 Prozent. Die absolute Zahl aller mutmaßlichen Straftäter unter den Zuwanderern indes hat sich von 114 238 im Jahr 2015 auf 174 438 im vergangenen Jahr erhöht.

Besonders hoch liegt ihr Anteil an den Tatverdächtigen beim Taschendiebstahl mit 35,1 Prozent, beim Ladendiebstahl mit 16,8 Prozent, bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung und bei Vergewaltigung oder sexueller Nötigung jeweils bei 14,9 Prozent. Andererseits sind auch etwa 80 Prozent der Opfer von Körperverletzungen durch Zuwanderer selbst Zuwanderer, was daran liegt, dass sich diese Straftaten sehr oft in Flüchtlingsunterkünften abspielen.

Das sind die Fakten, aber ihre Deutung ist durchaus nicht einfach. Zum Beispiel deshalb, weil Tatverdächtiger zu sein nicht automatisch heißt, dass der Verdächtige auch Täter ist. Es gibt Untersuchungen, dass das Risiko von "Fremden", angezeigt zu werden, erheblich höher liegt als bei Einheimischen. Zu berücksichtigen sind auch zwei andere Effekte: Junge Männer unter 30 sind vergleichsweise deutlich anfälliger dafür, kriminell zu werden. Das ist aber genau die Altersgruppe, die bei den Zuwanderern überrepräsentiert ist.

Allerdings wies Innenminister Thomas de Maizière darauf hin, dass sich unter den Flüchtlingen einzelne "intensive Mehrfachtäter" befinden, die die Masse der gesetzestreuen Migranten in Misskredit brächten. De Maizière wurde hier deutlich. "Wir lassen es nicht zu, dass alle bei uns lebenden Flüchtlinge pauschal unter Verdacht gestellt werden", sagte er. Es müsse nach der Schutzbedürftigkeit jedes Einzelnen differenziert werden. "Wer keines Schutzes bedarf, hat auch kein Recht darauf, in unserem Land zu bleiben."