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07. März 2012

Ex-Bundespräsident

SPD rät Wulff, Zapfenstreich abzublasen

Viele Polit-Promis bleiben fern.

BERLIN (dpa). Der Große Zapfenstreich zur Verabschiedung von Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff sorgt für Streit. Die SPD legte Wulff einen Verzicht auf den militärischen Abschied am Donnerstag nahe. "Christian Wulff ist eigentlich zu raten, auf diesen Zapfenstreich nicht zu bestehen", sagte Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Er glaube nicht, dass die Veranstaltung noch einigermaßen würdevoll sein könne, nachdem auch alle ehemaligen Bundespräsidenten abgesagt hätten. Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) appellierte an Wulff, mit einem Verzicht auf Ehrensold und Zapfenstreich Wiedergutmachung zu leisten. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte dagegen: "Das gehört zum Zeremoniell. Das gönnen wir jetzt dem Herrn Wulff."

Das Bundespräsidialamt stellte klar, dass an die Partei- und Fraktionschefs im Bundestag keine Einladungen ergangen sind. Eingeladen wurden die Spitzen der Verfassungsorgane und auch das Bundestagspräsidium mit Bundestagpräsident Norbert Lammert (CDU) an der Spitze. Damit seien auch Vertreter aller im Bundestag vertretenen Fraktionen dabei. Eingeladen sind auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU), das Bundeskabinett sowie Vertreter der Bundeswehr und persönliche Freunde und Wegbegleiter Wulffs.

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Schon am Vortag wurde bekannt, dass Wulffs Vorgänger Walter Scheel, Roman Herzog, Richard von Weizsäcker und Horst Köhler beim Zapfenstreich nicht dabei sein werden. Scheels Büro verwies auf das Alter: "Herr Scheel ist fast 93 Jahre alt, und diese Reise wäre für diesen Anlass unangemessen." Köhlers Sprecher nannte eine seit langem geplante Reise und Herzogs Büro einen seit längerem feststehenden Termin als Grund. Weizsäckers Büro gab keine Begründung.

Zur Verabschiedung Wulffs werden 200 Gäste erwartet. Das Stabsmusikkorps der Bundeswehr spielt zunächst den "Alexandermarsch" von Andreas Leonhardt, dann "Over The Rainbow" von Harold Arlen, "Da berühren sich Himmel und Erde" von Christoph Lehmann und die Ode "An die Freude" von Ludwig van Beethoven.

Autor: dpa