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26. Juni 2012

Dezentrale Regenwasserbehandlung ohne Flächenfraß

Bürgervereinigung Maulburg weist Kritik von CDU und SPD an Alternativplanung für Regenwasserklärbecken zurück.

MAULBURG (BZ). Bei einem kurzfristigen Treffen des BVM-Vorstands informierte Fraktionssprecher Horst Leber über den Stand der naturverträglichen Regenwasserbehandlung in Maulburg. Der Bau eines Regenklärbeckens in der Teichmatt wurde kürzlich – nicht zuletzt auf Betreiben der BVM verschoben, um durch ein von der Gemeinde beauftragtes Ingenieurbüro die Machbarkeit einer naturverträglichen Regenwasserbehandlung untersuchen zu lassen. Für dieses Vorgehen gab es im Gemeinderat breite Unterstützung.

Horst Leber informierte darüber, dass die Untersuchungen hinsichtlich Machbarkeit und Kosten derzeit noch nicht abgeschlossen seien. Zugleich zeigte er sich darüber verwundert, dass in jüngster Zeit SPD wie auch CDU das Thema zum Anlass genommen hätten, schon jetzt den Nutzen dieser Maßnahme in Frage zu stellen. Die Argumente: Eine dezentrale Regenwasserbehandlung bringe im Vergleich zum geplanten Regenklärbecken keine Kostenersparnis und wäre überdies mit Verbrauch von Bauland verbunden.

Leber: Der Bürger trägt di e Kosten des Klärbeckens

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Horst Leber erneuerte in seiner Stellungnahme seine Kritik an dem bislang geplanten Klärbecken in der Teichmatt. Laut Leber müsste das unterirdische Betonbecken mit einem Volumen von 650 Kubikmetern nach jedem Regen mit Pumpen entleert werden, das Wasser zur Kläranlage nach Steinen abgeleitet "und natürlich als Abwasser bezahlt werden". Das Becken liege außerdem tiefer als ein normaler Hochwasser-stand der Wiese und liefe dann entweder voll oder müsste teuer davor geschützt werden. Keinem Bürger sei bisher mitgeteilt worden, dass die Kosten sowohl des Baus als auch des Unterhalts der Anlage über die Erhöhung der Abwassergebühren finanziert werden müsse.

Die These der CDU, wonach die von der BVM vorgeschlagene naturverträgliche Regenwasserbehandlung einen merkbaren Verbrauch von Bauland bedeute, sei, so Leber weiter ,"unzutreffend und irreführend". Die naturverträgliche Regenwasserbehandlung beinhalte als wesentliches Merkmal die Nutzung der in Maulburg seit alten Zeiten bestehenden Gräben. "Dass diese einmal Bauland werden ist unwahrscheinlich". Horst Leber hat privat mit der Erstellung eines Konzepts mit sieben Teilbereichen zur naturverträglichen Regenwasserbehandlung mehr als 200 Freizeitstunden aufgewendet. Der BVM-Vorstand befand, dass für Maulburg die dezentrale Regenwasserbehandlung nicht nur sinnvoll, sondern auch aufgrund der gesetzlichen Vorgaben dringend geboten sei.

Im Hinblick auf das schon um 1980 geplante Regenklärbecken (für dessen Bau bereits jetzt 4 Millionen Euro veranschlagt sind) stellte Werner Schweikert fest, dass wohl kein Hausbesitzer in seinem Haus eine neue teure Heizung auf dem technischen Stand von 1980 einbauen würde.

Autor: bz