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02. Februar 2015 11:56 Uhr

Analyse nach Stadtteilen

Die größten Fans des neuen SC-Stadions sitzen am Tuniberg

Klarer geht’s kaum: In 37 von 39 Freiburger Stadtbezirken hatten die Stadionbefürworter die Nase vorn – und zwar fast überall ziemlich deutlich. Nur die direkten Anlieger sind mehrheitlich gegen die neue Arena.

  1. In 47 von 49 Freiburger Stadtbezirken sagten die Stadionbefürworter die Nase vorn Foto: Ingo Schneider

Knapp war es nur in zweien der Bezirke: Vauban (50,6 Prozent zu 49,4 Prozent pro Stadion) und Landwasser (51,8 zu 48,2 Prozent). Ansonsten lag der Stimmenanteil pro Stadion überall bei 55 Prozent oder höher. Die größten Fans der neuen Fußball-Arena sitzen übrigens am Tuniberg: In diesen vier Stadtteilen gab es jeweils mehr als eine Zweidrittelmehrheit an "Ja"-Stimmen, Munzingen und Waltershofen scheiterten sogar nur ganz knapp an der 70-Prozent-Marke.

Interaktive Grafik: Die Ergebnisse nach Stadtteilen


Solche Höchstwerte hätten viele eher im Freiburger Osten erwartet, wo man mit dem Umzug die Belastungen durch den jetzigen Stadion-Standort los wird. Hier lag die Zustimmung zwischen 63,6 (Littenweiler) und 66,3 Prozent (Waldsee). In der Oberwiehre gab es mit 59,9 Prozent "Ja" zum Stadion-Wegzug sogar eine Quote, die nur gering über dem städtischen Schnitt liegt (58,2 Prozent).

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Ein richtig krachendes "Nein" kam mit 70,5 Prozent nur aus dem Stadtbezirk Mooswald-West, dessen Wohngebiet dem geplanten neuen Stadion-Standort beim Flugplatz im Industriegebiet Nord am nächsten liegt. Schon im unwesentlich weiter entfernt liegenden Mooswald-Ost sprachen sich immerhin mehr als vier von zehn Stadtteilbewohnern (42,6 Prozent), die zur Wahl gingen, für den Standort und die massive städtische Bezuschussung aus.
In den Stadtbezirken des Quartiers Brühl-Beurbarung, zu dem der Standort genau betrachtet gehört, gab’s überwiegend Zustimmung. Markiert man den Grad von Zustimmung und Ablehnung in den Stadtbezirken auf einer Karte, so sieht man: Ablehnung gibt es nur direkt neben dem Stadionstandort, die Deutlichkeit des "Ja" nimmt mit dem Abstand davon zu.

Klar ist auch: In der Abstimmung ging es um das Stadion und nichts anderes. Parteipräferenzen spielten keine nennenswerte Rolle, wenn man die Kommunalwahl im Mai als Vergleich heranzieht: In Vauban, wo die Grünen – die glühendsten Flugplatz-Befürworter – damals in den Wahllokalen mit 32,9 Prozent ihr bestes Ergebnis einfuhren, gab’s nur ein hauchdünnes "Ja" zum Stadion. Auch in SPD- und CDU-Hochburgen waren die Pro-und-Contra-Schwankungen groß. Selbst da, wo die neue, von vorneherein gegen die Stadionpläne positionierte Gemeinderatsgruppierung "Freiburg Lebenswert" bei der Kommunalwahl punktete, waren mal besonders viele "Nein"-Stimmen (wie in Mooswald) und mal besonders viele "Ja"-Stimmen (St. Georgen-Nord) zu verzeichnen. Bei der Wahlbeteiligung zeigten sich eher Parallelen zur Kommunalwahl: Hier wie da schwankte sie von rund 25 Prozent (beide Male in Weingarten) bis zu jeweils einem Topwert über 60 Prozent (Kommunalwahl: Vauban, Bürgerentscheid: Mooswald-West).

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Autor: Thomas Jäger