Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

11. August 2012 10:15 Uhr

Medaillen-Drama

Doch noch Bronze für Heidler nach Computerfehler

Einmal Silber und zweimal Bronze: Die Leichtathleten sammeln weiter fleißig Medaillen. Für die Schwimmer holte Thomas Lurz mit Silber das erste Edelmetall in London. Bronze im Taekwondo durch Helena Fromm hatte wohl kaum einer auf der Rechnung.

  1. Mit den Kampfrichtern hatte sie so einiges zu reden gehabt – aber zu diesem Zeitpunkt war Betty Heidlers Bronzemedaille sicher. Foto: AFP

Silber und Bronze für die Stab-Artisten Björn Otto und Raphael Holzdeppe, Hammer-Bronze nach einem wahren Wechselbad der Gefühle an Betty Heidler: Die Leichtathleten haben der deutschen Olympia-Mannschaft in London am Freitagabend gleich drei Medaillen beschert. Am längsten bangen musste Weltrekordhalterin Heidler, deren Weite für den fünften Versuch im Messsystem nicht übertragen wurde. Erst eine Kontrolle per Hand ergab die Bronzeweite von 77,12 Metern. Ein chinesischer Protest gegen dieses Ergebnis wurde kurz vor Mitternacht (Ortszeit) abgewiesen. Otto und Holzdeppe boten eine spektakuläre Flugshow und mussten mit jeweils 5,91 Metern nur dem überragenden Franzosen Renaud Lavillenie den Vortritt lassen.

Am Nachmittag hatte Thomas Lurz mit Silber über zehn Kilometer die erste Medaille für die deutschen Schwimmer in London gewonnen. Schneller als der Würzburger war nur den Tunesier Oussama Mellouli. Eine unerwartete Bronzeplakette steuerte Helena Fromm in der Taekwondo-Kategorie bis 67 Kilogramm bei. Vor den beiden letzten Wettkampftagen belegt das deutsche Team mit zehn Gold-, 18 Silber- und 14 Bronzemedaillen Platz sechs in der Länderwertung. Mit insgesamt 42 Plaketten wurde das Resultat von Peking 2008 bereits übertroffen.

Werbung


Dennoch verfehlte das Team sein Medaillenziel klar. Dies geht aus den vom Bundesinnenministerium veröffentlichten Zielvereinbarungen zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund und den Fachverbänden hervor. Demnach waren in London 86 Medaillen, davon 28 aus Gold, angestrebt worden.

Für den zweiten Leichtathletik-Weltrekord der Spiele sorgte die US-Frauenstaffel über 4 x 100 Meter, die in 40,82 Sekunden Gold holte. Über 4 x 400 Meter mussten die Amerikaner eine überraschende Niederlage gegen die Bahamas einstecken. Das 5000 Meter-Finale der Frauen gewann Meseret Defar aus Äthiopien, über 1500 Meter setzte sich die Türkin Asli Cakir Alptekin durch. Im Hammerwurf triumphierte Tatjana Lysenko aus Russland.

Im Medaillenspiegel behauptete das Team der USA vor den letzten 47 Olympia-Entscheidungen mit 41 Mal Gold, 26 Mal Silber und 27 Mal Bronze Platz eins vor China (37-25-19). Gastgeber Großbritannien ist der dritte Rang wohl nicht mehr zu nehmen.

Achter-Ruderer Kristof Wilke wird die deutsche Fahne bei der Schlussfeier der Spiele am Sonntag ins Olympiastadion tragen. Das gab der DOSB am Freitag bekannt. Der 27 Jahre alte Schlagmann hatte mit dem Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes Gold gewonnen.

Hockey-Gold holten sich die Niederländerinnen durch einen 2:0-Finalsieg über Argentinien. Australien ist die erfolgreichste Segelnation der London-Spiele. Die 470er-Segler Mathew Belcher und Malcolm Page sicherten Down Under schon das dritte Gold im Revier vor Weymouth. Die Goldmedaillen in den BMX-Entscheidungen der Radsportler gingen an Maris Strombergs aus Lettland und die Kolumbianerin Mariana Pajon.

Jana Berezko-Marggrander verpasste das olympische Finale der Gymnastinnen klar. Die Schülerin kam bei ihrem Olympia-Debüt im Feld der 24 Gymnastinnen auf Rang 17. Die deutsche Gruppe schied als Zehnte der Qualifikation ebenfalls aus.

Bei den Kanu-Wettbewerben zog Ronald Rauhe in zwei Sprintfinals über 200 Meter ein. Gemeinsam mit seinem Partner Jonas Ems kam er auf dem Dorney Lake als Halbfinal-Zweiter in den Endlauf an diesem Samstag. Zuvor hatte sich der ehemalige Kajak-Weltmeister bereits für das Finale in der Einzel-Konkurrenz qualifiziert. 1000-Meter-Olympiasieger Sebastian Brendel im Canadier-Einer und Silke Hörmann verpassten den Sprung ins Finale.

Mit einwöchiger Verspätung legte Chinas Olympia-Delegation Protest gegen den Gold-Gewinn der deutschen Team-Radsprinterinnen Kristina Vogel und Miriam Welte ein. Im Finale am 2. August war das siegreiche chinesische Duo von der internationalen Jury wegen eines Wechselfehlers und Befahrens der blauen Linie auf Rang zwei zurückgestuft worden, was den Deutschen Gold einbrachte.

Mehr zum Thema:

Autor: dpa