Offenburg

Donnerstag in Heilig Kreuz: Gebet für die Opfer des Terrors

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 12. Dezember 2018 um 19:55 Uhr

Offenburg

OB und Dekane laden diesen Donnerstagmittag nach Hl.-Kreuz ein. Auf dem Offenburger Weihnachtsmarkt herrschte am Mittwoch Business as usual – bei mulmigem Grundgefühl.

OFFENBURG. Die Stadt Offenburg zeigt sich solidarisch mit der vom Terroranschlag erschütterten Hauptstadt des Eurodistrikts. Oberbürgermeister Marco Steffens erklärte am Mittwochvormittag, dass er sich mit seinem Straßburger Amtskollegen deshalb in Verbindung setzen wolle. Zusammen mit den beiden großen Kirchen rief der OB diesen Donnerstag zu einem ökumenischen Gebet für die Opfer auf. Der Offenburger Weihnachtsmarkt war am Mittwochabend sehr gut besucht.

Kurz nach 10 Uhr schickte die Pressestelle des Rathauses am Mittwoch eine Presseerklärung von OB Marco Steffens an die Medien. Darin bringt Steffens seine große Bestürzung zum Ausdruck, mit der er seit Dienstagabend die Nachrichten über den "mutmaßlichen Terrorakt in der Innenstadt der Europa-Metropole Straßburg – unserer Partnerstadt im Eurodistrikt, bei unseren nahen Nachbarn über dem Rhein" verfolge. Sein tiefes Mitgefühl gelte den Angehörigen der Opfer. Steffens wolle sich persönlich mit seinem Straßburger Amtskollegen, Oberbürgermeister Roland Ries, in Verbindung setzen.

Die städtische Pressestelle verbreitete zugleich einen Aufruf der beiden Dekane der katholischen und der evangelischen Kirche, Matthias Bürkle und Frank Wellhöner, die gemeinsam mit dem OB zu einem ökumenischen Gebet für die Opfer des Terroranschlags einladen. Es findet diesen Donnerstag, um 12.15 Uhr, in der Offenburger Hl.-Kreuz-Kirche statt. Seit Mittwoch brennt dort vor dem Altar eine Osterkerze. An ihrem Sockel heftet die Einladung zum Gebet unter dem deutsch-französischen Titel: Im Gebet vereint.

Nur einen Steinwurf weit entfernt, auf dem Weihnachtmarkt, herrscht Mittwochmittag normale Betriebsamkeit. Einzig ein Kamera-Team des SWR-Fernsehens gibt einen Hinweis auf die Ausnahmesituation. Es will Bettina Ruttkay bei der Arbeit filmen, wenn ab 13 Uhr für Schülerinnen und Schüler den Markt für einen Imbiss fluten. Die Verkäuferin von Rahm- und Speckkuchen sagt, dass es schon ein mulmiges Gefühl gewesen sei, am Morgen zur Arbeit zu fahren. Der Betrieb sei allerdings bisher wie sonst. Das bestätigt auch Ingo Schaudt, der im Chalet Heißgetränke verkauft. Die Nähe zu Offenburg mache den Anschlag von Straßburg erschütternder. Für einen Mittagsimbiss ist auch der ehemalige Fahrer von Ex-Oberbürgermeisterin Edith Schreiner, Hans Kartmann, hierher gekommen. Er berichtet, dass er am Dienstagabend von ehemaligen Straßburger Kollegen, darunter auch der Fahrer des OB’s Roland Ries, angerufen und über die Schüsse in Straßburg informiert worden sei. Angst habe er deshalb nicht, auf den Weihnachtsmarkt zu kommen, aber Gedanken darüber, was für eine Sorte Mensch zu so etwas fähig ist. Seine Mittagspause verbrachte ebenfalls Christoph Reichert, Präsident des Offenburger Landgerichts, auf dem Weihnachtsmarkt. Man dürfe sich nicht vom Terror in die Knie zwingen lassen, sagte er. Er habe seinem Amtskollegen auf Straßburger Seite seine Unterstützung zugesichert. "Man muss in solchen Momenten zusammenstehen", so Reichert.

Abends, erstmals mit richtigen winterlichen Temperaturen, brummte der Weihnachtsmarkt.