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27. Juli 2012 07:39 Uhr

BZ-Interview

Dufner: "Mit dem Kader sind wir sehr zufrieden"

Zehn Tage lang hat der SC Freiburg im Trainingslager in Schruns geschwitzt. Wie weit Mannschaft und Neuzugänge sind, wie es mit Garra Dembélé weitergeht und was das Geheimnis von Schruns ist, darüber sprach die BZ mit SC-Sportdirektor Dirk Dufner.

BZ: Herr Dufner, welche Erkenntnisse, außer, dass Sie und der Rest des Teams jetzt auch noch prima Wildwasserfahren können, hat denn das Trainingslager in Schruns gebracht?
Dufner (lacht): Die Erkenntnis, dass ich prima Wildwasserfahren kann, hat sich bei mir noch nicht durchgesetzt. Es hat viel Spaß gemacht, aber das auch richtig zu können, ist sicher etwas ganz anderes. Unsere Jungs machen es dagegen klasse hier – sowohl auf als auch neben dem Platz. Wie sie miteinander als Gruppe umgehen, ist toll. Aber es ist ja auch der Sinn eines Trainingslagers, dass eine Mannschaft näher zusammenwächst. Ich finde, das ist sehr, sehr gut gelungen. Zudem wird konzentriert gearbeitet, alle ziehen mit.

"Wir haben im Winter schon Einiges auf den Weg gebracht."
BZ: Will heißen: Der Sportdirektor hat seine Arbeit gemacht im Sommer und den Kader gut zusammengestellt?
Dufner: Im Sommer musste der Sportdirektor eigentlich nicht so viel machen, da wir ja im Winter schon Einiges auf den Weg gebracht haben. Zudem haben wir das Glück einer herausragend funktionierenden Fußballschule, weshalb wir wieder einige Talente zu den Profis hochholen konnten. Die meisten Spieler, die wir im Winter geholt haben, haben sehr gut eingeschlagen und wir hoffen, dass dies auch den Spielern gelingt, die jetzt gekommen sind. Mit dem Kader sind wir sehr zufrieden.

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BZ: Wie würden Sie die Neuen denn charakterisieren?
Dufner: Max Kruse hat in der zweiten Liga bei St. Pauli gezeigt, dass er ein sehr guter, dazu torgefährlicher Fußballer ist. Zudem ist er Linksfuß, und von denen haben wir bekanntlich nicht so viele. Marco Terrazzino ist ein talentierter Spieler, was er hier ja schon gezeigt hat. Vegar Eggen Hedenstad ist ein junges Talent aus Norwegen, der mit seinen knapp 21 Jahren schon rund 100 Erstligaspiele in seiner Heimat absolviert hat. Der hat viel Potenzial, soll hier aber die Zeit bekommen, um sich richtig an das Tempo und die Härte der Bundesliga gewöhnen zu können. Dazu haben wir Ivan Santini noch einmal für ein Jahr ausgeliehen. Er hat einfach Zeit gebraucht, aber wir glauben, dass er den Durchbruch als Angreifer schaffen könnte.
BZ: Und was ist mit Calvente?
Dufner: Der darf auch bleiben, wir leihen ihn aus. Der Spanier ist ein großes Talent, technisch unglaublich beschlagen. Vor allem ein Spielertyp, den wir so im Kader nicht haben. Wir werden sehen, was daraus wird. Sollte er es nicht schaffen, ist es für uns kein Risiko, dann geht er eben nach dieser Spielzeit zu Betis Sevilla zurück. Für den Fall der Fälle haben wir uns aber eine Kaufoption gesichert. Wir sind uns in diesen Punkten mit Betis Sevilla einig geworden.

BZ: Beim flüchtigen Blick auf den Kader könnte man zur Überzeugung gelangen, dass an zentralen Mittelfeldspielern geradezu ein Überangebot herrscht. Braucht man so viele?
Dufner: Das ist richtig. Wichtig ist aber, dass der eine oder andere eben auch andere Positionen bekleiden kann, die auf der Außenbahn zum Beispiel. Wenn man eine konkurrenzfähige Bundesliga-Mannschaft haben möchte, muss es auch Konkurrenz im eigenen Kader geben – und die haben wir! Es wird sich zeigen, wer sich durchsetzen kann.

BZ: Wie sieht die Zukunft von Garra Dembélé aus, der zur Überraschung vieler plötzlich in Schruns aufgetaucht ist?
Dufner: Nun gut, in England bei den Blackburn Rovers hat es ihm halt nicht gefallen. Umso mehr hat er jetzt gemerkt, wie schön es hier bei uns ist.

BZ: Hat er das etwa gesagt?
Dufner: Ja, das hat er. Wir geben ihm jetzt auch selbstverständlich die Möglichkeit, hier Vollgas zu geben und sich wieder in die Mannschaft zu integrieren. Die andere Alternative ist, dass wir bis zum 31. August zusammen nach einer vernünftigen Lösung für ihn und für uns suchen. Beide Seiten sind für beide Varianten offen. Wir haben diese Szenarien besprochen und gehen offen miteinander um.

"Ich finde, dass wir weiter sind als im vergangenen Jahr."
BZ: Was ist das Geheimnis von Schruns?
Dufner: Dass wir uns hier wohl fühlen. Wir sind schon zum sechsten Mal hier und in diesen Jahren waren wir für unsere Verhältnisse auch ganz erfolgreich. Dementsprechend sollte man mit solchen Traditionen nicht brechen. Schruns gibt uns einen guten Schub, um in die Saison zu gehen. Wir sind froh, dass wir diesen schönen Ort für uns gefunden haben.
BZ: Wenn Sie einen Vergleich anstellen zum vergangenen Jahr, ist der Sportclub weiter als damals?
Dufner: Ich finde schon, dass wir weiter sind. Man kann eine klare Entwicklung sehen, gerade im Hinblick auf diesen jungen Kader. Mit Hilfe des Trainerteams können viele dieser Spieler ihr Entwicklungspotenzial optimal abrufen. Von daher habe ich ein gutes Gefühl, dass wir zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung gut dastehen.

BZ: Es gab dieser Tage eine überraschende Nachricht: Der frühere SC-Coach Robin Dutt ist zum neuen DFB-Sportdirektor ernannt worden. Haben Sie ihm zu dieser Karriere schon gratuliert?
Dufner: Natürlich habe ich ihm gratuliert, wir sind jetzt sozusagen Kollegen (lacht). Eine tolle Aufgabe ist es allemal. Da kann er sich richtig einbringen, gerade was die Entwicklung der Jugend betrifft. Dass er das kann, hat er ja beim SC Freiburg bewiesen, vor allem, indem er die Fußballschule eingebunden hat. Und im Hinblick auf die Nationalmannschaft ist das ja elementar. Das wird Robin Dutt viel Freude machen. Und da er fleißig und ehrgeizig ist, wird das auch dem DFB gut tun.
SC kompakt

Vegar Hedenstad, der aus Norwegen gekommene neue Abwehrspieler des SC Freiburg, hat sich allem Anschein nach doch nicht schwerwiegend verletzt. "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich nicht um eine Bänderverletzung", ließ sich am Donnerstagmorgen Mannschaftsarzt Andreas Aust vernehmen. Hedenstad war beim Testspiel gegen den FC Vaduz (2:1) am Mittwochabend schon nach fünf Minuten unglücklich mit den Schuhen im Rasen hängen geblieben und hatte sich dabei offenbar das Knie verdreht. Dem 21-Jährigen wurde eine Pause auferlegt.

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Autor: Michael Dörfler