TuS Efringen-Kirchen

Der TuS feiert 100 Jahre Bestehen

Reinhard Cremer

Von Reinhard Cremer

So, 20. Januar 2019 um 18:40 Uhr

Efringen-Kirchen

Beim Festakt des TuS Efringen-Kirchen fiel der Blick am Freitag auf wechselvolle 100 Jahre Vereinsgeschichte. Ehrenmitglied Hansfrieder Geugelin fasste diese dichterisch.

"D Balle isch rund, s’ Kicke isch gsund...". Diese Zeilen des von Mundartdichter und Ehrenmitglied Hansfrieder Geugelin zur Feier des 100-jährigen Bestehens des TuS Efringen-Kirchen geschriebenen Gedichtes hätten glatt als Motto über dem Festakt am Freitagabend in der Mehrzweckhalle stehen können. Zum ersten Teil seiner Jubiläumsfeier, der zweite Teil folgte am Samstag, hatte der TuS rund 150 Gäste aus Politik, Sport, Kultur, Vereinen und Gemeindeleben geladen.

Die bestimmenden Farben der Hallendeko waren Blau und Weiß – die Traditionsfarben des TuS. Vereinsvorsitzender Ralf Schörlin ließ die Geschichte des Vereins kurz Revue passieren. Ausführlich nachzulesen ist sie in der zum Jubiläum erstellten Festschrift. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstand der TuS Efringen-Kirchen durch denn Zusammenschluss der drei 1939 durch die Nationalsozialisten aufgelösten Vorgängervereine TV Efringen (gegründet 1919), FC Kirchen (1926) und SF Kirchen (1932).

In seiner Vereinsgeschichte habe der TuS Zeiten durchlebt, die "ungleich härter und schwieriger waren als die heutige Zeit", sagte Schörlin. Eine der größten Herausforderungen sei die mehrfache Verlegung des Vereinsgeländes bis hin zum heutigen Standort gewesen. 2007 wurde der Kunstrasenplatz eröffnet, im vergangenen Jahr konnte das zwischen den Rasenplätzen gelegene neue Vereinsheim mit Gastronomie eingeweiht werden. Schörlin zitierte eine amerikanische Ärztin mit den Worten: "Letztendlich ist allein die Tatsache, dass wir den Mut haben, weiter zu machen, genug Grund zu feiern. Und wenn wir darüber hinaus ein Ziel haben, ist das noch viel mehr!" Ein Satz, der im Sport wie im Leben gelte. Und Ziele habe der TuS noch einige.

Bürgermeister Philipp Schmid überbrachte die Glückwünsche der Verwaltung und des Gemeinderates. Der TuS sei "nicht nur ein Zusammenschluss zum Treiben von Sport", sondern er fördere den Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung, er stifte Sinn und er vermittle das Gefühl für Gemeinschaft und gegenseitige Verantwortung. Schmid, der selber bei den Alten Herren "geduldet" wird, wie er sagte, wünschte dem Verein "Blühen, Wachsen und Gedeihen – auch für die nächsten hundert Jahre".

Den Fußball vertrat unter den Gratulanten Thomas Schmidt, Präsident des Südbadischen Fußballverbandes. Grüße überbrachte er auch vom Präsidenten des DFB, Reinhard Grindel. Schmidts Gratulation galt denen, die den Verein mit so viel Leben erfüllten. Ein Jubiläum sei eine gute Gelegenheit, die Leistungen derer zu würdigen, die ihn aufgebaut haben. Nun aber sei der Fokus auf die Gegenwart und die Zukunft zu richten. Er wisse, dass schwierig sei, die Jugend für den Sport und generell den Fußball zu gewinnen. Jedoch habe der TuS gemeinsam mit der Kommune und dem DSB eine Anlage geschaffen, die den Anforderungen der heutigen Zeit entspreche. Zu den Gratulanten aus den Sportverbänden zählte auch Philipp Krämer, der für den Badischen Leichtathletik-Verband sprach. Er zeigte Bilder der Leichtathletik-EM vom August in Berlin, bei der auch Sportler aus dem Badischen erfolgreich waren. "Die Wurzeln für internationale Erfolge werden in den örtlichen Vereinen gelegt", so würdigte er die vor Ort geleistete Arbeit.

Ornella Pokarn vom Markgräfler-Hochrhein-Turngau überbrachte die Glückwünsche des Präsidenten des Badischen Turner-Bundes Gerhard Mengesdorf. Der TuS präsentiere sich mit seinen über 500 Mitgliedern als moderne Vereinsgemeinschaft mit vielen Abteilungen. In einer sich verändernden Gesellschaft seien es Werte wie Bindung, Gemeinsinn und Verantwortung, die die Vereine als positives Gut einbrächten. Sie übergab Schörlin zwei große gerahmte Glückwunschurkunden des Badischen Turner-Bundes und des Turngaus. Neben finanziellen Geschenken durfte sich der TuS auch über mehrere neue Fußbälle freuen, denn deren Verschleiß ist erheblich.

Mundartdichter und Ehrenmitglied Hansfrieder Geugelin trug zwei Gedichte vor, das speziell fürs TuS-Jubiläum geschaffene Gedicht ist in der Festschrift abgedruckt. Unter anderem reimte er: "S' Hölzeli im satte Grüen, uf dem sich d’ Kicker messe tüen, drzue e Sportheim, chic un fein, isch d’ Etikette vom Verein." In einem zweiten Vortrag rief er die Kicker auf, "mit Aastand verliere, un nit gli krepiere, e Freud ha am Gwinne, wenn's schief goht, nit spinne". Davon kann sich so mancher gestandene Profi eine Scheibe abschneiden.

Spontan hatte sich der Sängerbund unter Erhard Zeh bereiterklärt, den Festakt gesanglich zu begleiten. Er tat dies mit den Liedern "An Tagen wie diesen" und "Falling in Love with You". In Erinnerung an die Zeit nach der Französischen Revolution, in der Turn- und Gesangvereine in Deutschland die treibenden Kräfte für eine demokratische Entwicklung waren, animierte Zeh die Gäste, mit dem Sängern "Die Gedanken sind frei" zu singen. Nach dieser plötzlichen Aktivitätsforderung waren alle froh, das von der TuS- Gaststätte bereitete kalte Büfett stürmen zu können. Für die Bewirtung der Gäste sorgten die SG Damen und die 1. Herren.

Die Vereinschronik ist für 12 Euro ab Dienstag im Vereinsheim des TuS zu erwerben. Erstellt wurde die über 90 Seiten starke Chronik von Walter "Joe" Krebs, Matthias Reif, Joachim Wechlin und Stefan Zoller. Stefanie Kallmann besorgte das Layout.