04. Dezember 2008

Ein ganz neuer Blickwinkel

ISTEIN. Wer Mauersegler, Dohlen oder Wanderfalken im renaturierten Steinbruchgelände beobachten will, muss jetzt nicht mehr auf Böschungen klettern, sondern hat eine Aussichtsplattform. Sie liegt direkt am Efringen-Kirchener Wiiwegli, dem Weinlehrpfad und zwar dort, wo der Weg die freie Sicht auf die Schweiz, das Elsass und Istein freigibt.

Übergabe Besucherplattform Kalkwerke | Foto: Jutta Schütz
 Die Ideengeber für die Plattform, Werner Schmid, Leiter der Kalksteingewinnung, Biologe Michael Rademacher, Werksleiter Peter Leifgen und Marketingfachmann Oliver Hopp haben zudem dafür gesorgt, dass auch noch zwei Hinweistafeln aufgebaut wurden. Die eine informiert über typische gefiederte Steinbruchbewohner wie eben Dohlen, Mauersegler, Wanderfalken und Uhus, die andere gibt Einblicke in den Prozess der Kalkgewinnung vom Abbau, über Siebanlage, Kalklöschung bis hin zur Packmaschine. Zudem zeigt ein kurzer historischer Überblick, wie alt die Kalksteingewinnung überhaupt ist.

"Auf die Idee, eine Aussichtsplattform zu errichten, sind wir gekommen, weil Vogelfreunde den seltenen Mauersegler, der oft im Winter aus der Schweiz hierher kommt, beobachten wollen – und es da auch schon mal haarsträubende Szenen gab, wenn sogar Busse sich in den Abbaubereich verirrten", berichtet Rademacher. Auch Wanderfalken sind ein beliebtes Beobachtungsobjekt.

Bürgermeister Wolfgang Fürstenberger, der mit dem Fernrohr angerückt war, aber den Mauersegler dann mangels Sichtung doch "kurzfristig auf Besuch in der Schweiz" wähnte, gratulierte im Namen der Gemeinde zu der Idee und Realisierung der Attraktion am Weinlehrpfad. "Wie man sieht, ist das Nebeneinander von Naturschutz und Industrie möglich", stellte er fest. "Die Leute interessieren sich für Steinbrüche, für die Pflanzen und Tierwelt dort", sagte auch Peter Leifgen, der Steinbrüche für einen ganz besonderen Lebensraum hält.

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Oliver Hopp hält dann auch Informationstafeln für wichtig, um Besucher, die nicht viel zur Geschichte der Kalkwerke und zum Steinbruch wissen, auf besondere Merkmale aufmerksam zu machen. Wanderin Nicole Wolpensinger, die zufällig bei der Übergabe der Aussichtsplattform zugegen war, hat ebenso wie Biologe Michael Rademacher beobachtet, dass sich über die Jahre seltene Pflanzen vom Klotzen nun wieder im ehemaligen Steinbruchgelände ansiedeln. "Im Bereich einer Kiefernschonung gibt es nun wieder Orchideen, die vorher nur am Klotzen zu sehen waren", berichtet Rademacher.  

Autor: Jutta Schütz



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