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09. November 2015

Erfolgsrezept Tanz und Mundartkrimi

Die Trachten- und Volkstanzgruppe Egringen bietet gute Unterhaltung – am 14. November nochmal.

  1. Die Trachten- und Volkstanzgruppe Egringen wartete mit einem bunten Programm auf. Foto: Hartenstein

EGRINGEN (sil). Harmonie in Bewegung einerseits, Mord und Totschlag andererseits: Die Trachten- und Volkstanzgruppe Egringen unterhielt ihre Zuschauer mit einem gelungenen, kontrastreichen Heimatabend. Bereits bei der öffentlichen Generalprobe am Freitag war der Rathaussaal richtig gut besucht.

Mit den Tänzen der Trachten- und Volkstanzgruppe unter Ilse und Hubert Hellers Leitung stand die erste Hälfte des Abends im Zeichen der Harmonie. Die Volkstänze, überwiegend aus der Schweiz, strahlten trotz vieler verschiedener Figuren und Tanzschritte viel Ruhe aus. Anmutig drehten sich die fünf Paare in Hanseli- und Vrenelitracht mit- und umeinander, glitten vom Wechsel- in Wiege- und Hüpfschritt, schufen rhythmische Akzente beim Appenzeller Klatschwalzer und ließen mit kraftvollen Fußstampfern bei "La Storta da Crusch" aus dem Bündnerland den Saalboden vibrieren.

"Das hält uns ganz schön auf Trab", stellte Ansager Hubert Heller fest. Einen guten Eindruck von der Funktion des Volkstanzes als Zusammengehörigkeit stiftendes Element vermittelte der Rundtanz "La Faira da Strada" aus dem Bündnerland, bei dem die Tänzer ihre wechselnden Gegenüber mit höflichem Kopfnicken begrüßten. Nach gutem Applaus und einer Zugabe gaben die "Dream Dancer" ein Intermezzo. Unter Leitung von Ronja Wenk und Lynn Mrsic, die in Windeseile ihre Tracht gegen schwarze Leggings und T-Shirt ausgewechselt hatte, zeigten die vier jungen Mädchen eine Kombination aus Hip Hop, Jazztanz und Latino.

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Spannung und viel Situationskomik gab es im Anschluss mit der Theatergruppe unter Heidi Brunners Regie mit Walter G. Pfaus’ "Wohi mit dere Leiche?" Vorneweg: Eine Leiche immer wieder unter das Kanapee zu schieben, so wie in diesem heiteren Dreiakter, ist zwar eine gute Strategie gegen Staubmäuse, kann ansonsten jedoch nicht wirklich empfohlen werden – schon gar nicht, wenn es sich um eine so lebhafte Leiche handelt wie Fred Maler (Joachim Ritter). Ihm zieht seine junge Gattin Jutta (Melanie Asal) beim ersten Ehekrach eine Weinflasche über den Kopf und stellt sodann erschrocken fest: "Er isch hi!" Zum Glück steht ihre energische und erfinderische Mutter, kraftvoll dargestellt von Sonja Müller, der naiven Tochter zur Seite – auch wenn die Mama meint: "Wenn Du die Gosche halte würdsch, würd’ keiner merke, dass Du blöd bisch".

Ständig wechselnde Besucher bringen fortan Schwung ins turbulente Geschehen. Das blonde Luder im Minirock (Ronja Wenk), der dubiose Otto (charmant und souverän: Günter Scheurer), die abgeklärte Hausbesitzerin Emma Thieme (Helga Mehdam), Annette Goller als Freds Geliebte und resolut-schießfreudige Kommissarin, im Schlepptau den stotternden Echo "Kommissar" Schmal (Michael Schubert), geben sich die Klinke in die Hand. Zuletzt sorgt der gestandene Dorfpolizist (Hubert Heller) für Ruhe und Ordnung – und Fred hat endlich genug Muße, um sein Kunstblut abzuwaschen.

Am Samstag, 14. November, um 20 Uhr ist der Heimatabend im Ratssaal Egringen nochmals zu erleben, der Eintritt ist frei.

Autor: sil