Mit 55 Jahren ganz jung und frisch

Reinhard Cremer

Von Reinhard Cremer

Mi, 08. Januar 2014

Efringen-Kirchen

Die Ischteiner Gugge feiern ihr Jubiläum am Samstag in der Isteiner Festhalle, und sieben Gastguggemusiken sind mit dabei.

ISTEIN. "Viel Spaß an der Freud'" lautet das unüberhörbare Motto der Ischteiner Gugge. Gegründet wurde die Guggemusik im Jahre 1959. Seit nunmehr 55 Jahren sind die Bläser und Trommler unermüdlich in Sachen Fasnacht im Einsatz. Am 11. Januar soll das närrische Jubiläum ganz groß in der Isteiner Festhalle gefeiert werden.

Sieben Gastguggen und der Gastgeber selber werden am kommenden Samstag den Besuchern, Freunden und Liebhabern der unkonventionellen Orchestermusik auf zwei Bühnen tüchtig eins auf die Ohren geben. Mit dabei sein werden die "Guggemusik 53er" aus Lörrach, die "Notehobler" (Weil am Rhein), die "Nodedaig Chnädder" (Kandern), "Rondo Bellinziano" (Bad Bellingen), die "Zieefägge" (Efringen-Kirchen", die "Quaackdäsche" (Weil am Rhein) und die "Maiskolbefetzer" aus Eschbach. Auch fünf ehemalige Gründungsmitglieder werden übrigens erwartet.

Entstanden ist die "Ischteiner Gugge" nach einer Idee von Willi Jourdan. Quasi als Auffangbecken für alle Fasnachtsmusikbegeisterten, die weder im Musikverein, noch bei der damaligen "Fätzecli-que" unterkamen, wurde die Guggemusik gegründet. Als Vorbilder existierten in Basel solche Gruppen schon seit geraumer Zeit.

War zu Beginn noch sehr viel Improvisationskunst hinsichtlich der Instrumente und der Ausstaffierung der Musiker gefragt, ist die Zeit der Ofenrohre als Instrumententrichter längst vorbei. Alles ist deutlich professioneller geworden, ohne dass jedoch dabei der "Spaß an der Freud’" auf der Strecke bleiben musste. Unter den heute 48 aktiven Musikern, allein im zu Ende gehenden Jahr gewann die Gugge sieben neue Mitglieder, ist verständlicherweise kein Gründungsmitglied mehr anzutreffen. Wenngleich das derzeitige Häs und die Larven das suggerieren könnten.

Apropos Häs: Pünktlich zum 55. Geburtstag sollen auch das neue Häs und die neuen Larven vorgestellt werden. Seit der letzten Geburtstagsfeier vor fünf Jahren ist der "Alte-Herren-Look" doch wohl deutlich in die Jahre gekommen. Das Atelier Domino in Basel legt derzeit letzte Hand an die neuen Larven, während bei Scala-Kostüme von Elke Weth in Lörrach das neue Häs gefertigt wird, das wieder für fünf Jahre begleiten wird. Man darf also gespannt sein.

Auch außerhalb der Fasnacht sind die Aktiven aktiv. Geselliges Beisammensein wird groß geschrieben. So wird einmal jährlich die Ardèche in Frankreich mit Kanus unsicher gemacht. Zu Himmelfahrt organisiert jeweils ein Register eine feucht(?)-fröhliche Vatertagstour. Grümpelturniere werden durch eine eigene Mannschaft bereichert, und einmal im Jahr findet ein Grillfest statt – mit Anhang!

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings für den Isteiner Fasnachtsumzug: Der wird in dieser Saison ohne die "Ischteiner Gugge" auskommen müssen. Die haben sich nämlich diesmal zum Tapetenwechsel entschlossen, sie fahren nach Kirchzarten, wo auch viel los sei, wie sie wissen. Abends werden sie aber in der Isteiner Halle zu finden sein und das nächste Jahr wohl auch wieder beim Sonntagsumzug. Und auch der Schmotzige Dunschdig steht in Istein auf dem Terminplan. Zunächst aber heißt es, alle Kräfte fürs Jubiläumsfest zu sammeln.

Zum Jubiläumsfest am Samstag, 11. Januar, ist Einlass in Isteins Halle ab 18 Uhr. Der Eintritt beträgt sechs Euro. Um 17 Uhr gibt die "Ischteiner Gugge" einen Sektempfang für geladene Gäste und Gastguggen.