"Pfarrer wollen eher in den Süden"

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Di, 18. September 2018

Efringen-Kirchen

Josef Dorbath ist zuversichtlich, dass seine Stelle in der Seelsorgeeinheit Kandern-Istein bald besetzt werden kann.

KANDERN/EFRINGEN-KIRCHEN. Pfarrer Josef Dorbath (62) möchte die Seelsorgeeinheit Kandern-Istein wie berichtet nach mehr als acht Jahren verlassen, um in seinen letzten Berufsjahren näher bei seiner alten Heimat zu sein. Im Februar 2019 wird er die Seelsorgeeinheit Aglasterhausen-Neunkirchen übernehmen. An seinem jetzigen Wirkungsbereich bewegt die Leute derweil die Frage, ob und wie rasch sich ein Nachfolger finden lässt. Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Monika Meier ist aber zuversichtlich, "dass wir zeitnah einen Nachfolger bekommen".

"Die Stelle wird im Oktober neu ausgeschrieben, das Bewerbungsverfahren wird wohl erst im Dezember abgeschlossen sein", teilt das erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg kurz und knapp zur Nachfolgerfrage der BZ mit. Pfarrer Dorbath kann gegenüber der BZ aber schon Mal das positive Signal der zuständigen Kirchenstelle weitergeben, "dass wohl ganz allgemein mehr Pfarrer an Stellen im Süden interessiert sind als an Stellen im Norden". Das freut ihn: "Ich kann dann doch mit besserem Gewissen gehen." Der 62-Jährige stammt aus Reicholzheim und bekennt, dass es ihn nach den Jahren fern der Heimat doch wieder Richtung Odenwald zog. "Ich bin ja von hier aus eher in Mailand als in meiner Heimat", meint er und lacht. Deswegen hatte er die Fühler nach einer neuen Stelle Richtung Heimat ausgestreckt, wo auch viele Angehörige leben. Jetzt ergab sich die Gelegenheit, nachdem Helmut Löffler von Aglasterhausen-Neunkirchen ins Obere Wiesental wechselte. Dorbath schwebt vor, dass er "wenn ich gesund bleibe noch zehn Jahre am neuen Ort Dienst tun kann". Dass er nun noch Zeit für den Übergang hat, ist ihm wichtig. "Die Seele braucht Zeit", sagt er und hält fest, dass er sich in Istein und Kandern sehr wohl gefühlt hat. "Das Wertvollste, das ich hier zurücklassen muss, sind die vielen guten Beziehungen, die entstanden sind."

Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Monika Meier beschreibt ihr Empfinden so: "Es tut uns leid, dass er geht, wir können aber auch verstehen, dass er in seine alte Heimat zurück will und respektieren seine Entscheidung." Sie ergänzt freilich noch: "Wir bedauern dies aber sehr, weil wir alle gern mit ihm zusammengearbeitet haben und seine offene, zugängliche Art wertschätzen." Monika Meier aus Efringen-Kirchen ist übrigens seit Frühjahr Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, seit der Gremiumswahl 2015 war sie Stellvertreterin und rückte dieses Jahr für Michael Kiffe nach, der im Gremium jetzt Beisitzer ist. Stellvertreterin an ihrer Seite ist Margot Argast aus Kandern. "Wir hoffen, dass wir zeitnah einen Nachfolger bekommen", meint Monika Meier und sieht die Chancen dafür gut, nachdem der Süden Deutschlands für viele Pfarrer offenbar attraktiver ist als der Norden. "Wir sind zuversichtlich, dass es weiter geht."

Pfarrer Dorbath macht im Gespräch mit der BZ noch darauf aufmerksam, dass auch eine kurze Vakanz kein Beinbruch wäre. Auch an seinem künftigen Wirkungsort sei es ja so, dass die Kirche einen Vertreter eingesetzt hat und das Dekanat die Verwaltung der Seelsorgeeinheit übernimmt, bis er da ist. Er freut sich überdies noch, dass nach langer Pause mit Bettina Wittmer eine neue Gemeindereferentin gefunden ist. Seit dem Weggang von Katharina Kunz im Sommer 2017 war ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gesucht worden. Bettina Wittmer soll am Sonntag, 23. September, in den Gottesdiensten in Istein (9.15) und Kandern (11 Uhr) vorgestellt werden. Eine weitere Besonderheit dann: Das Vokalensemble Vivat aus St. Petersburg singt in diesen Gottesdiensten, der Pfarrer freut sich darauf. Mit der Konzertkollekte wollen die Sänger eine Intensivstation für Neugeborene in ihrer Heimatstadt unterstützen.