Schimmel macht Räume unbenutzbar

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Sa, 14. Januar 2017

Efringen-Kirchen

Die Feuerwehr weicht derzeit ins TuS-Vereinsheim aus / Bisher überlegte Lösungen sind alle nicht billig.

EFRINGEN-KIRCHEN. Die Kameradschaftsräume im Untergeschoss des Feuerwehrgebäudes bei der Mehrzweckhalle Efringen-Kirchen sind auf Dauer so nicht mehr benutzbar. Grund ist der im Gebiet Hölzele anhaltend hohe Grundwasserstand. Die Wände haben sich mit Wasser vollgesogen, Schimmel hat sich darauf breitgemacht. Die Feuerwehr weicht bei Veranstaltungen inzwischen auf andere Räume aus. So fand das Neujahrstreffen am 6. Januar im nahegelegenen TuS-Vereinsheim statt. Das Problem ist erkannt, eine Lösung allerdings noch nicht in Sicht.

Über das Problem an sich sind sich Feuerwehr und Gemeindeverwaltung vollkommen einig. Bei der Lösungssuche ist der Stein der Weisen aber noch nicht gefunden. Auch für Hauptamtsleiter Clemens Pfahler steht außer Frage, dass die Räume im Untergeschoss – ein Schulungsraum sowie ein Büro und eine Küche – im gegenwärtigen Zustand nicht mehr zu benutzen sind.

Im Juli war das Dilemma schon im Technischen Ausschuss angesprochen worden. War zu jenem Zeitpunkt das in der Baugrube fürs neue Sportheim wie in einem Swimmingpool stehende Grundwasser für jeden sichtbar, so stand das Grundwasser weniger sichtbar unweit davon im Feuerwehrkeller ebenso hoch. Wobei man noch wissen muss, wie Pfahler ergänzt, dass der Feuerwehrkeller noch 25 Zentimeter tiefer liegt als die Sportheimbaugrube.

Der Sportheimneubau wurde mit einer wasserdichten Wanne vor künftigem Grundwasser abgeschirmt, bei den in den 1970er-Jahren gebauten Feuerwehrgebäuden ist guter Rat teuer. Denn im Nachhinein ist eine undurchlässige Abdichtung nicht mehr hinzubekommen. Eine Sanierung macht denn auch weder für Pfahler, noch für die Feuerwehr Sinn. Zumal das Grundwasser sich zwar gewiss wieder absenke, aber immer wieder ansteigen könne, wie auch Dominik Rizzotti, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Efringen-Kirchen, gegenüber der BZ erklärt. Für die Feuerwehr ist das Grundwasserproblem nicht neu. Nur war es noch nie so schlimm.

Momentan kann die Feuerwehr das TuS-Heim für Übungsabende nutzen. Die Jugendfeuerwehr der Gesamtwehr tourt durch die Räume der Ortsteilfeuerwehren. "Dies stellt natürlich nur ein Provisorium dar," betont Rizzotti auf BZ-Nachfrage. Da dies auf keinen Fall eine Dauerlösung sein könne, seien, so formuliert er es, "Verwaltung und Feuerwehr auf der Suche nach einer nachhaltigen und zukunftsgerichteten Lösung".

Wie Clemens Pfahler allerdings einräumt, ist eine Lösung nicht so einfach zu haben. "Egal, was wir machen, es wird teuer", resümiert er. Da sich eine Sanierung ausschließt, wäre an eine Aufstockung zu denken. Diese hatte die Feuerwehr selbst schon vorgeschlagen. Eine andere Möglichkeit wäre ein Neubau an einem anderen Ort. Verwaltungsintern gebe es Überlegungen, mit der Feuerwehr sei man im Gespräch, so Clemens Pfahler, aber bei allen Varianten sei man mit Blick auf die Kosten rasch im sechs- und siebenstelligen Bereich. Angesichts der bekanntermaßen klammen Gemeindekasse und vieler anstehender Aufgaben ist schlicht kein Geld übrig.

Andere Räume im Bereich von Halle und Schule sind offenbar nicht in dem Maß betroffen. Der Raum des DRK bei der Mehrzweckhalle liegt auf der Ebene der Halle, nicht im Keller. Dort war beim Starkregen im Sommer Regenwasser eingedrungen. Die DRK-Küche wurde in Mitleidenschaft gezogen. Grundwasser ist fürs DRK aber kein Thema.