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30. April 2014

Ein Denkmal für Bahnhofsvorsteher Lehmann und den alten Bahnhof

Am Montag wurden am Buswartehäuschen auf dem Eimeldinger Bahnhofsvorplatz die Keramikstahlplatten montiert, Designerin Tanja Bürgelin-Arslan war dabei.

  1. Tanja Bürgelin-Arslan (rechts) überwachte am Montagnachmittag die Montage der großformatigen Bildtafeln am Oval des Buswartehäuschens am Bahnhofsvorplatz in Eimeldingen. Foto: cremer

EIMELDINGEN (cre). Aus mehreren Ideen zur Gestaltung des neuen Buswartehäuschens hatte sich der Vorschlag der Eimeldinger Künstlerin Tanja Bürgelin-Arslan in mehreren Sitzungen mit Bürgerbeteiligung als Favorit durchgesetzt. Kunst inklusive kommt das Gebäude in etwa auf 80 000 Euro. In seiner Sitzung am 5. Dezember des vergangenen Jahres, dem Geburtstag der Künstlerin, entschied sich der Gemeinderat, das neue Häuschen am Bahnhalt entsprechend ihren Plänen mit zwei großformatigen Fototafeln zu gestalten.

Beide Seiten des ellipsenförmigen Wartehauses zieren jetzt zwei gleiche Bilder, auf denen als Blickfang der alte Eimeldinger Bahnhof mit einer Dampflok abgebildet ist. Die Fotos selber bestehen aus vier Elementen und sind künstlerisch bearbeitet. Im Siebdruckverfahren wurden sie auf widerstandsfähigen Keramikstahl eingebrannt – von der darauf spezialisierten belgischen Firma Polyvision, mit der Bürgelin-Arslan seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Deren niederländische Tochter Uittenbosch sorgte am Montag für die Montage der Platten. Auf jeweils vier aneinandergesetzten Bildteilen zeigen sie den Bahnhof mit Lok, wie er sich auf einem Foto aus dem Jahre 1947 darstellte. Von der Künstlerin hineinmontiert wurden zwei Personen von einem Foto aus dem Jahr 1952: Es zeigt Bahnhofsvorsteher Fritz Lehmann mit Emma Stammler in Markgräfler Tracht. Daneben gruppierte Bürgelin-Arslan die Frau des Vorstehers sowie eine weitere Person von einem Foto aus dem selben Jahrzehnt. Die Originalfotos wurden von Hermann Jacob vom Geschichtsverein Vorderes Kandertal zur Verfügung gestellt. Der Sohn der Bahnhofsvorsteherfamilie, Gerhard Lehmann, der jetzt in Fischingen wohnt, ist nach Auskunft der Künstlerin sehr erfreut darüber, dass seine Eltern auf dem Bild verewigt wurden.

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Das Material der Bildtafeln ist äußerst robust, kratzfest und antibakteriell. Sprayfarben können leicht wieder entfernt werden. Die Designerin konnte bereits seit 1998 im U-Bahnhof am Fürther Rathaus Erfahrungen mit großflächigen Bildern aus diesem Material sammeln, wie sie berichtete.

Da es während der Montage am Montagnachmittag regnete, konnten die Monteure aus den Niederlanden, die Künstlerin sowie Vertreter der Presse und Wartende das Wartehäuschen auf seine Wetterschutzfunktion testen. Dabei erwies sich das überstehende Dach als ausreichender Schutz gegen Regen. Und sollte dieser einmal sehr schräg vom Wind gepeitscht auf die Wartenden treffen, bleibt immer noch die Möglichkeit, die andere Seite des Wartehäuschens aufzusuchen. Tanja Bürgelin-Arslan hatte schon in der Bürgerversammlung am Freitag darauf hingewiesen. Dies als Antwort auf Kritik aus der Bürgerschaft, das Häuschen böte gar keinen Schutz. Ein anderer Zweck des Häuschen wird auf alle Fälle auch erfüllt: Es bietet einen Blickfang gegen die optisch wenig schöne Schallschutzwand.

Autor: cre