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18. August 2012

Einige Wohnhäuser ins Kleinfeld-Süd?

Nördlich der Hochhäuser an der Römerstraße könnte sich manches ändern / SPD ließ sich Verwaltungsüberlegungen darlegen .

  1. Blick von einem Hochhaus auf einen Teil des künftigen Gartenschaugeländes. In der Bildmitte Roland Hirsch, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Gemeinderat. Foto: wolfgang künstle

LAHR. In der Stadtverwaltung gibt es Überlegungen, im Gebiet Kleinfeld Süd, nördlich der Hochhäuser, in bescheidenem Umfang eine Wohnbebauung zuzulassen, um mit dem Geld aus dem Verkauf von städtischen Bauplätzen das Parkgelände qualitativ aufwerten zu können. Wenngleich die Grünfläche deutlich schrumpfen würde. Die SPD ließ sich am Donnerstagabend bei einem gut besuchten Vor-Ort-Termin über diese Überlegungen informieren und dabei deutliche Abneigung erkennen.

Bürgermeister Karl Langensteiner, Stadtbaudirektorin Sabine Fink und Richard Sottru, Chef des öffentlichen Grüns, waren gekommen, um Auskunft zu geben. Vieles hat dabei mit der Landesgartenschau zu tun. So muss die Firma Schneider Electric ihre bisherigen 500 Parkplätze im Mauerfeld (auf städtischem Grund) aufgeben, 250 Plätze sollen parallel zur Breslauer Straße neu angelegt werden.

Die Landesgartenschau und Schneider-Parkplätze sind Eckpfeiler

Dies setzt eine Änderung des Bebauungsplans aus dem Jahr 1972 voraus. Dieser umfasst ein 6,1 Hektar großes Gebiet, in dem bislang 2,6 Hektar an Grünfläche vorgesehen sind, ansonsten war eine Gemeinbedarfsfläche für den möglichen Bau einer Schule vorgesehen. Im neuen Plan müssen die Schneider-Parkplätze untergebracht werden und dann geht es um die anscheinend höchst strittige Frage, was man daneben noch tun soll oder will. Wie groß soll die Grünfläche (noch) werden, in welchem Umfang soll Wohnbau erlaubt werden?

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Ergänzend verwies Richard Sottru darauf, dass der Ententeich nördlich der Hochhäuser ein Problem sei: Der Teich mit geringer Tiefe wird mit Müll und Lebensmittelresten vollgestopft, worüber sich eine Rattenpopulation freut. Ein benachbarter Spielplatz verdient diese Bezeichnung kaum.

Bürgermeister Langensteiner und Sabine Fink warben mit Blick auf die Landesgartenschau 2018 um Verständnis. Im Mauerfeld und – verbunden durch eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke – im Mietersheimer Gebiet Stegmatten werde es 30 Hektar zusätzliche Parkflächen geben, dazu einen See, der auf Grund seiner Größe und Tiefe weit über dem Niveau des Tümpels im Kleinfeld liegen werde.

Deshalb, so Langensteiner, habe man überlegt und diese Überlegungen zunächst dem Technischen Ausschuss vorgetragen, ob man die bisherige Grünfläche nebst Baumbestand so groß behalten wolle oder ob es nicht sinnvoller sei, den Park auf die im jetzigen Bebauungsplan vorgesehenen 2,6 Hektar zu reduzieren und durch den Verkauf von städtischen Grundstücken zur Wohnbebauung (Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser) Geld einzunehmen, mit dem der dann kleinere Park ordentlich hergerichtet werden kann. Langensteiner sprach in diesem Zusammenhang von drei Millionen Euro. Entschieden sei bislang nichts. Der Baubürgermeister regte in diesem Zusammenhang an, im Herbst eine Art runden Tisch einzuberufen, bei dem man sich über die Frage einer Bebauung, deren Umfang, aber auch über die Frage unterhalten sollte, welche Einrichtungen der Kleinfeld-Park künftig haben müsste und auf was man angesichts der Gartenschau im neuen Gelände unterbringen könnte. Immerhin, so Richard Sottru, sei der Friedrich-Maurer-Park mit 1,8 Hektar kleiner, als das, was man im Kleinfeld künftig noch anbieten würde.

Dass die SPD mit diesen Überlegungen wenig anfangen kann, machte Fraktionschef Roland Hirsch mit seiner Bemerkung deutlich, man empfinde den Park als Einheit. Ulrike Holland, Vorsitzende der Landesgartenschaufreunde, verwies darauf, dass im Kleinfeld für mehr als 4000 Menschen kein öffentlicher Raum zur Verfügung stehe und sie allenfalls bei einer sozialen Einrichtung zustimmen würde. Andere Sprecher erklärten, wenn der Park verwahrlost sei, so sei dies Sache der Stadt. Letztlich wertete Roland Hirsch den Informationsabend als ersten Schritt zur Bürgerbeteiligung.

Autor: Bruno Kohlmeyer