Dorfschreiberin Monika Littau nimmt Abschied

Gert Brichta

Von Gert Brichta

Di, 05. Juli 2016

Eisenbach (Hochschw.)

Monika Littau, die Nummer elf im Reigen des Dorfschreiberdaseins, wurde am Sonntag offiziell verabschiedet. Im Haus des Gastes in Bubenbach blickte sie zurück auf ihre drei Monate in Eisenbach und natürlich auf ihre Tätigkeit als Dorfschreiberin.

Es war vor allem der Nachwuchs, der von ihrem Tun profitierte. Denn gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der heimischen Grundschule startete sie ihre mehrere Unternehmungen.

Alles begann mit Lesungen in der Schule. Anschließend konnten die Kinder alles loswerden, was ihnen zu Eisenbach einfällt. Vieles kam dabei zusammen, Schlagworte und Anregungen, die Monika Littau aufgriff und anschließend mit Leben füllte. So besichtigte sie mit einer Gruppe von Grundschülern die Heimatstube in der Wolfwinkelhalle. Paul Wangler unterstützte sie dabei und erklärte den jungen Menschen das Handwerk der Uhrmacherei. Seine persönlichen Erfahrungen aus dem Arbeitsleben sowie sein Hintergrundwissen über die Geschichte dieses Handwerks begeisterten Kinder und Dorfschreiberin. Bei diesem Besuch wurde auf dem Zifferblatt einer Uhr, die in der Heimatstube ausgestellt ist, ein Gedicht entdeckt, welches nun bei der Verabschiedung von zwei Schülerinnen aufgesagt wurde. Poetisch war für die Grundschüler der Besuch des Waldspielplatzes auf dem Höchst. Es folgte der Besuch des Heilkräuterlehrpfades in Bubenbach, die dort besichtigten Pflanzen wurden notiert und anschließend zu ihnen passende Reime gesucht und daraus Texte verfasst. Die Melodie eines bekannten Kinderliedes wurde mit dem neuen Text versehen und natürlich bei der Verabschiedung dargeboten. Auch der Bogensportparcours wurde besichtigt. Hubert Wursthorn die Tierarten, die dort aufgebaut sind, erklärt. Ihre Namen wurden zerlegt und zu neuen Fantasienamen zusammengesetzt. Gemeinsam mit Förster Karl Meister ging es ins Bubenbacher Moos. Meister erklärte den Schülern die vielen unterschiedlichen Baumarten und ging auf die Tiere und ihr Leben im Wald ein. Im Mittelpunkt stand dabei das Auerwild – jene Tierart, deren Population in den vergangenen Jahrzehnten rückläufig ist. Und über dieses Tier wurde anschließend mit den Schülern ein Gedicht verfasst und im Rahmen der Verabschiedung vorgetragen.

Monika Littau verstand es, Naturkundliches und Literarisches großartig zu verknüpfen. Unschwer zu erkennen war dabei, dass es den Kindern großen Spaß gemacht hat. Viel Lob für ihr Engagement war vor diesem Hintergrund selbstverständlich.

Doch die Kooperation mit der Lichtenbergschule war längst nicht alles, was Monika Littau in den drei Monaten produzierte. Sie schrieb Gedichte und Texte für ihr neues Buch, welches im Laufe dieses Jahres veröffentlicht werden soll. Angereichert mit selbst erstellten Fotografien, die sie auf Großleinwand projizierte, zeigte sie auf, welche inspirierende Wirkung der Aufenthalt im Hochschwarzwald auf sie hatte, dass das Erlebte und Gesehene lyrisch aufgearbeitet wurde, davon konnten sich die Zuhörer überzeugen. Monika Littau hat Akzente gesetzt, war rührig und aktiv – eine Dorfschreiberin, die ohne großes Aufheben überzeugte. Musikalisch am Xylophon umrahmt wurde die Verabschiedung von Martin Müller zusammen mit zwei seiner Schüler.