Ex-Eisenbacher scheibt sein Buch

hbr

Von hbr

Fr, 30. Juni 2017

Eisenbach (Hochschw.)

Markus Klek liest beim Förderkreis aus dem Manuskript seines autobiographischen Romans.

EISENBACH (br). Markus Klek hat beim Förderkreis Kreatives Eisenbach aus dem Manuskript seines ersten Romans gelesen. Fieberhaft sucht der Autor Geldgeber, die den Druck des Buchs ermöglichen. Das Manuskript trägt den Titel "Couch Talk – ein Mann und sein Ego im Rückwärtsgang". Ein autobiographischer Roman ist es, ein Versuch der Selbsteinschätzung unter dem Einfluss der bisherigen Lebenserfahrungen und der eigenen Visionen. Die Zuhörer zeigten sich angetan und forderten Zugaben.

Markus Klek, Jahrgang 1969, lebte über viele Jahre beim Wiesbachhof in Schwärzenbach. 1989 machte er sein Abitur in Weil am Rhein, von 1991 bis 1994 durchlief er die Ausbildung zum Designer im Berufskolleg für Formgebung, Schmuck und Gerät an der Goldschmiedeschule Pforzheim. Von 1994 bis 2003 lebte und wirkte er in San Francisco, arbeitete dort für Juweliere und hatte ein eigenes Atelier. Die Jahre zwischen 2003 und 2011 verbrachte er mit seiner Familie in Eisenbach. Nach drei Jahren an der Algarve verbrachte er 2014 und 2015 erneut in Eisenbach. Heute lebt er in Schramberg. Klek wirkte bei Ausstellungen im In- und Ausland mit.

Kostprobe: "Nicht Bond. Nicht James Bond. Sondern Korb. Johannes Korb ist mein Name, kein Doppelname. Alles ganz simpel. Nichts Besonderes. 08/15 eben. Kleinkaliber also. Korb lächelt. Ihm gefällt die Assoziation von sich selbst mit einer Waffe. Dabei ist an dem Namen James Bond eigentlich auch nicht viel dran, wenn man mal das berühmte Filmfleisch von den Knochen schält. Bond – was soll das schon bedeuten. Irgend so ein englischer Kleber aus der Tube. Holzleim, aus alten Hasenhäuten zusammengekocht. That’s all. Und James? So heißen nur weiß behandschuhte Steiflinge mit unbeweglicher upper lip, die als lebenslange Leiharbeiter in dem untrüglichen Bewusstsein leben, einen Schuss hellblaues Blut in den Adern zu haben, nur weil sie irgendwelchen britischen Bessergestellten täglich um sechzehn Uhr den Earl Grey Tee servieren – mit Milch. Korb zieht die Hand unter dem Kopfkissen hervor und betastet seinen Hinterkopf, knapp neben dem linken Ohr erspürt er eine kleine Ausstülpung. Ein Pickel, wundert er sich. Aber zum Aufkratzen scheint die Zeit noch nicht reif zu sein. Es macht Spaß, sich mit James Bond zu messen. Tja und mein eigener Vorname, überlegt er? Johannes – immerhin einer der zwölf Zöglinge eines Superstars. Einige Quellen behaupten ja sogar, er sei der bevorzugte Schüler von Jesus gewesen. Vielleicht waren die beiden sogar Lover. Denkbar ist es schließlich. Für mich wär’s kein Problem."