Eisenbachs Bürgermeister opfert eine Woche Urlaub

Extraschicht für den Sportverein

Gert Brichta

Von Gert Brichta

Di, 06. August 2013 um 16:06 Uhr

Eisenbach (Hochschw.)

Die Firma Weckermann in Eisenbach hat einen neuen Mitarbeiter: Bürgermeister Alexander Kuckes. Wenngleich nur für eine Woche, so opfert er doch Zeit seines Jahresurlaubs für einen guten Zweck.

EISENBACH. Und sein gutes Beispiel macht Schule: Noch drei Eisenbacher verbringen Zeit im Betrieb statt am Strand oder anderweitig entspannt: Benedikt Jung, Robin Willmann und Markus Zipfel, allesamt A-Jugendspieler, die durch ihren Einsatz ihrem Verein helfen wollen. Für Herbst haben sogar weitere Eisenbacher Interesse und Bereitschaft angekündigt, alles zum Wohl des SV Eisenbach. Der Hintergrund: Die Firma Weckermann, bekannt für ihr ausgeprägtes soziales Engagement, beschäftigt Arbeiter, die auf ihren Lohn verzichten. Es wird aber niemand ausgebeutet und das Unternehmen behält das Geld auch nicht für sich.

Wiesler lobt: Die Einstellung stimmt

Vielmehr wird der "Lohn" zu einer Spende zugunsten der anstehenden Sportplatzsanierung umgewandelt.

Als die BZ jetzt den Eisenbacher Bürgermeister an seinem neuen Arbeitsplatz auf Zeit besuchte, war er gerade im Versand des Unternehmens beschäftigt. All zu viel Zeit für ein Gespräch blieb da nicht. Er muss hier Teile aus Messing in Schachteln packen. Der Leiter der Logistik, Horatiu-Vasile Wiesler, war gerade bei ihm und kontrollierte die Arbeit des Gemeindeoberhaupts, dessen Arbeitsplatz gewöhnlich das Büro oder ein Ratstisch oder das Rednerpult einer Veranstaltung ist. Gefragt, ob er mit der Arbeit des Bürgermeisters im Betrieb zufrieden sei, meinte Wiesler: "Er ist erst ein paar Stunden hier, macht seine Arbeit sehr gut und, was noch viel wichtiger ist, seine Einstellung stimmt."

Kuckes erzählte, es mache zwar schon Spaß, für einen guten Zweck zu arbeiten. Es sei allerdings hart, auf eine Woche Urlaub zu verzichten. Der Respekt der Eisenbacher dürfte ihm sicher sein, zumal, da er nicht vor einer Wiederwahl steht, sondern echte Solidarität beweist.