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31. Januar 2013

"Ich bin offen für jeden Menschen"

BZ-INTERVIEW mit der Hamburger Autorin Heike Hoop, die am 16. März ihre Stelle als Dorfschreiberin von Eisenbach antreten wird.

  1. Heike Hoop Foto: privat

EISENBACH. Heike Hoop wird Eisenbachs nächste Dorfschreiberin. Die in Hamburg lebende Autorin studierte das Lehramt für die Fächerverbindung Deutsch und Kunst und wurde vom Förderkreis Kreatives Eisenbach aus 14 Bewerbungen herausgefiltert (die BZ berichtete). Sie hatte sich mit dem Lied zum Ausschreibungsthema "Gequirlt, gehämmert und gesägt" beworben. Heike Hoop wird am Samstag, 16. März, offiziell in der Gemeinde vorgestellt. Unser Mitarbeiter Gert Brichta stellte ihr vorab einige Fragen.

BZ: Der Förderkreis Kreatives Eisenbach hat den Dorfschreiber geschaffen, erstmalig und einmalig in Deutschland. Sie werden die Nummer acht in dieser Geschichte sein, die dieses Stipendium erhalten. Was haben Sie sich für Ihren Aufenthalt in Eisenbach vorgenommen?
Hoop: Zunächst einmal das zu erfüllen, was in meiner Vereinbarung steht: Mich um Kontakte zur Bevölkerung und zu Institutionen zu bemühen, Projekte anzuregen, Lesungen anzubieten. Daneben soll die Zeit meines Gastaufenthaltes auch noch zur Abfassung eigener neuer Texte und musikalischer Erarbeitungen dienen. Ich habe ein Manuskript im Gepäck, das ich hoffe, in dieser Zeit beenden zu können. Das Musical zur Aufführungsreife zu bringen, wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Mal sehen, was sich darüber hinaus in drei Monaten noch schaffen lässt... Aber da ich auch Märchenerzählerin bin, hoffe ich, dass die Zeit reicht, um zumindest einen Erzählspaziergang anzubieten oder einen Märchendeutungsabend mit Erwachsenen, einen Liederabend und Ähnliches. Und natürlich möchte ich als Naturliebhaberin auch den Hochschwarzwald ein bisschen kennenlernen.

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BZ: Sie haben Pädagogik studiert. Sind Sie als Lehrerin tätig?

Hoop: Nein, ich habe mich nach dem Studium umentschieden. Ich wollte speziell die schwachen Schüler fördern, habe dafür aber zu wenig Möglichkeiten gesehen in der Praxis.



BZ: Wie ist der dreimonatige Aufenthalt mit Ihrer gegenwärtigen Tätigkeit vereinbar?

Hoop: Ich bin Freiberuflerin und kann mir deshalb meine Zeit frei einteilen.



BZ: Welches waren Ihre Hintergründe, sich für dieses Stipendium zu bewerben?

Hoop: Mich hat die Aufgabe gereizt, zu diesem ausgefallenen Thema ein Lied zu schreiben. Im Grunde habe ich nicht damit gerechnet, dass ich gewinnen würde.

"Eine Geschichte,

die in Eisenbach schon lange schlummert."

Heike Hoop über ihr Musical

BZ: Haben Sie sich vor Antritt Ihrer Reise in den Hochschwarzwald Gedanken gemacht, was Sie in Eisenbach erwartet und was auf Sie zukommen wird?

Hoop: Nachdem ich erfuhr, dass ich das Stipendium gewonnen habe, habe ich natürlich recherchiert. Da ich das ländliche Leben und die Natur liebe, ich wohne auch in Hamburg außerhalb und am Waldrand, freue ich mich schon sehr auf diesen Szenenwechsel – nur eben eine Etage höher – auf 1000 Metern... . Ansonsten bin ich natürlich sehr gespannt auf die menschlichen Begegnungen und wie sich die künstlerische Arbeit am Projekt entwickeln wird. Grundsätzlich bin ich allem und allen gegenüber offen und erwarte immer das Beste und Förderlichste für alle Beteiligten.



BZ: Schnee und viel Wald 1000 Meter über dem Meeresspiegel verlangen nach einer gewissen Einstellung. Haben Sie eine Idee, wie diese Menschen in Ihre Tätigkeit eingebunden werden könnten?

Hoop: Ich bin offen für jeden Menschen, der sich durch mein Projekt angesprochen fühlt und würde mich natürlich sehr freuen, wenn ich damit viele erreichen könnte. Aber das wird sich vor Ort entscheiden. Ich habe durch Ihre Zeitung bereits erfahren, dass es bei Ihnen in der Gemeinde viele kreative Menschen gibt. Wie gesagt: Ich bin sehr gespannt, wie sich alles – und was sich alles entwickeln wird.



BZ: Wie wir hören, planen Sie die Einstudierung eines Musicals mit Schülerinnen und Schülern, können Sie dazu im Vorfeld schon etwas sagen?

Hoop: Es soll natürlich noch nichts verraten werden, nur so viel, dass es eine Geschichte ist, die in Eisenbach schon lange schlummert und darauf wartet, erzählt zu werden – und dass diese Geschichte direkt ins Wassermannzeitalter führt. So, jetzt hoffe ich schon mal ein bisschen für Spannung gesorgt zu haben...



BZ: Wäre es nicht sinnvoll, einmal aufzuarbeiten, was die Menschen der Region von einem Dorfschreiber erwarten und welche Absichten hinter der Schaffung eines solchen Titels und dem damit verbundenen Stipendium verbergen?

Hoop: Das wäre sicher sehr lohnend. In meinem Zeitplan ist das aber, glaube ich, nicht mehr unterzubringen. Wenn ich mir die Galerie der Dorfschreiber/innen aber ansehe, denke ich: Toll! Was für kreative Impulse, "hüben und drüben", was für ein fruchtbarer Austausch! Und anscheinend sogar mit "Langzeitwirkung". Das ist doch Leben pur. Wäre das nicht vielleicht schon eine Antwort?

Autor: hbr