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12. Februar 2014 14:51 Uhr

Halo über Freiburg

Eiskristalle sorgen für imposanten Mondring

Wer am Dienstagabend in Freiburgs Nachthimmel blickte, sah in ein riesiges Auge. Um den Mond herum hatte sich ein imposanter milchiger Ring gebildet. Astronomen sprechen dabei von einer Lichterscheinung, die sich Halo nennt.

  1. Diese Aufnahme eines Halos vom Gipfel des Hochblauen aus wurde Ende Dezember vergangenen Jahres kurz nach Mitternacht gemacht. Die nahezu gleiche Lichterscheinung war am Dienstagnacht rund um Freiburg am Nachthimmel zu sehen. Foto: Achim Schaller/Sternfreunde Breisgau

Halo kommt aus dem griechischen und bedeutet Hof um Sonne oder Mond. "Solche Erscheinungen gibt es häufiger in der Region", sagt der Astronom Martin Federspiel vom Planetarium Freiburg. Zuletzt waren sie beispielsweise im vergangenen Dezember am Hochblauen bei Müllheim zu beobachten.

Zu sehen sind diese Effekte immer dann, wenn sich dünne Wolken aus gleichförmig großen Eiskristallen in 10 bis 15 Kilometer Höhe bilden. Das Licht des Mondes oder der Sonne – die Haloerscheinungen sind auch tagsüber zu sehen – bricht sich in diesen Eiskristallen. Die Richtung des Lichts wird wie bei einem Glasprisma abgelenkt, außerdem werden die Farben aufgespalten. Nachts erkennt das menschliche Auge hauptsächlich Helligkeitsunterschiede und kaum noch Farben. Darum erscheinen die Mondhalos oft hellgrau, obwohl sie in Wirklichkeit farbig sind.

Zu sehen sind diese Lichterscheinungen meist in kalten Nächten in Wintermonaten, wobei nicht die Temperatur auf der Erde entscheidend ist, sondern die Temperaturen weit oben im Himmel, also dort, wo sich die Wolken mit den Eiskristallen befinden.

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Manchmal wirkt zusätzlich der Bereich direkt um den Mond herum recht milchig und verschwommen. Dafür sind aber nicht die Eiskristalle in großer Höhe verantwortlich, sondern kleine Wassertropfen, die sich in Wolken befinden, die niedriger, etwa zwei bis drei Kilometer über der Erde, schweben. Wenn das Licht auf diese winzig kleinen Wassertropfen trifft, zerstreuen diese die Lichtstrahlen. "Das führt zu einem Hof direkt um den Mond und die Sonne herum. Bloß bei der Sonne sieht man es nicht so deutlich, weil das für den Menschen viel zu hell ist, da will man nicht hineinschauen", sagt Federspiel.

Laut des Arbeitskreis Meteore e.V treten Haloerscheinungen wesentlich häufiger auf als alle anderen Erscheinungen der Atmosphärischen Optik, also zum Beispiel auch häufiger als Regenbögen. Trotzdem seien sie einem großen Teil der Bevölkerung gänzlich unbekannt. Ein Laie, der regelmäßig Wetter und Wolken beobachtet, könne aber im Jahr in Mitteleuropa an bis zu 20 Tagen helle Haloerscheinungen wahrnehmen – Profis sehen wesentlich mehr. Dabei gibt es bis zu 50 verschiedene Formen dieser Lichtspiele.

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Autor: Max Schuler