Sechs Bewohner am Anfang

Sabine Mitschele

Von Sabine Mitschele

Sa, 08. September 2018

Elzach

30 Jahre Lebenshilfe-Wohnhaus in Elzach / 24 Personen mit Behinderung belegen das Haus heute.

ELZACH (BZ). Seit 30 Jahren gibt es das Lebenshilfe-Wohnhaus im Elzacher Kesselweg. Fünf Bewohner leben von Anfang an hier. Mit einem Fest für Bewohner, Mitarbeiter und Angehörige wurde der runde Geburtstag gebührend gefeiert.

Zunächst sei kurz zurückgeblickt. Am 1. Februar 1988 zogen im Kesselweg die ersten sechs Bewohner in den Altbau des jetzigen Wohnhauses ein. Das Wohnhaus der Familie Mink war zunächst als provisorische Lösung angedacht. Es wurde deshalb auch nur vorübergehend angemietet. Seitens der Lebenshilfe war geplant, direkt neben der Werkstatt in der Albert-Burger-Straße ein großes, neues Wohnhaus zu errichten.

Aus dem Provisorium wurde jedoch ein "Dauerzustand". Rasch waren damals alle zwölf Wohnplätze belegt. Es war schließlich das erste Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen im Elztal.
Zu den "Bewohnern der ersten Stunde" gehörten Brigitte Joos, Wolfgang Kist, Karlheinz Rogg und Erika Ruh. Wolfgang Kern zog nur kurze Zeit später im April 1988 ein. Alle fünf haben dem Wohnhaus bis heute die Treue gehalten. Sie sind seit 30 Jahren dort Zuhause.

1990 kaufte die Lebenshilfe das Gebäude, um es für weitere, dringend benötigte Wohnplätze umzubauen. Unter der Bauleitung des Zeller Architekten Peter Ruff wurde das bestehende Wohnhaus um einen Anbau für insgesamt 14 Personen erweitert. Insgesamt hatten damit nun 24 Menschen mit Behinderungen Platz.

Doch auch der Ausbau ist schon lange an seine Grenzen gelangt. Seit Jahren ist das Haus zu klein. Darüber hinaus genügen die baulichen Gegebenheiten nicht mehr den Anforderungen der Landesheimbauverordnung. Deshalb soll auf dem von der Lebenshilfe bereits erworbenem Areal neben dem Schwimmbad ein neues Wohnhaus entstehen (die BZ berichtete).

Zum 30-jährigen Geburtstagsfest des Elzacher Wohnhauses kamen jetzt Bewohner, Angehörige, rechtliche Betreuer, Vorstandsmitglieder, ehrenamtliche Mitarbeiter, Freunde, Mitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter zusammen. Zur Begrüßung gab es für jeden Gast ein Gläschen zum Anstoßen. Wohnhausleiterin Sofia Wild gab einen kurzen Rückblick zur Geschichte des Hauses und bedankte sich herzlich bei ihrem Team: "Ihr setzt euch immer mit großem Engagement für die Bedürfnisse der Bewohner ein. Auch in turbulenten Zeiten kann ich stets auf euch zählen!" Ihr besonderer Dank galt auch den ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern: "Ohne Ehrenamt wären viele zusätzliche tolle Aktivitäten wie Bingo-Abende oder Café-Besuche nur selten möglich." Und – last but not least – hob sie den Vorstand und die Geschäftsleitung, allen voran Lutz Heubach und Jasmin Metzger, hervor, die für die "Belange des Elzacher Wohnhauses stets ein offenes Ohr haben".
Auch Geschäftsführer Lutz Heubach sprach in einem Grußwort die der Lebenshilfe nahe stehenden Besucher des Festes an und dankte für die gute Aufnahme in der Stadt. Für die Bewohner und das Team hatte er ein Jubiläumsgeschenk dabei: Einen Scheck in Höhe von 500 Euro – für "Etwas Besonderes", das sich das Haus leisten darf.
Nach Kaffee und Kuchen, gab es für alle eine weitere Überraschung: Der Auftritt der – schon beim Jubiläumsfest aufgetretenen – Theatergruppe "ImproVision", die mit unglaublicher Spontaneität, Charme und Spielwitz tolle Sketche darboten. Im Stegreif bezogen die fünf Schauspieler auch noch einen Bewohner des Wohnhauses mit ein, der sonst in der integrativen Theatergruppe "Echt" des Club 82 mitspielt.
Nach dem unterhaltsamen Programm gab es zum Ausklang noch ein gemütliches Grillfest. Wer es wollte, konnte sich auf eine kleine Zeitreise begeben. Die langjährige Mitarbeiterin Erika Böcherer hatte in der Garage eine Bildergalerie mit Fotos aus dem Wohnhaus-Leben der letzten 30 Jahren aufgebaut.