Hospizdienst als gemeinsame Aufgabe

Georg Voß

Von Georg Voß

Sa, 03. März 2018

Emmendingen

Kooperationsvertrag zwischen dem Caritasverband und Diakonischen Werk über die gemeinsame Hospizarbeit wurde unterzeichnet.

EMMENDINGEN. Caritas und Diakonie untermauerten jetzt ihre Zusammenarbeit im ambulanten Hospizbereich. Rainer Leweling, Geschäftsführer des Caritasverbands für den Landkreis, und Meinhard Schamotzki, Geschäftsführer des Diakonischen Werks des evangelischen Kirchenbezirks Emmendingen, unterzeichneten eine neue Kooperationsvereinbarung. Damit untermauerten sie die Zusammenarbeit. Zugleich wird die Arbeit des Hospizdienstes Emmendingen-Teningen-Freiamt gewürdigt.

"Seit 26 Jahren gibt es den Hospizdienst", sagt Rainer Leweling. Aufgabengebiete und Struktur seien im Laufe der Jahre umfangreicher und professionalisiert worden. Mit der Kooperation mit dem Diakonischen Werk wird das ökumenische Miteinander gestärkt und Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Ziel sei, so Rainer Leweling weiterhin ein würdevolles Sterben zu ermöglichen.

Sterbebegleitung als ökumenisches Anliegen

Konkret treten der Caritasverband und das Diakonische Werk von nun an gemeinsam im Namen des Hospizdiensts öffentlich auf und entscheiden gemeinsam über Planung, Umsetzung, größere Veranstaltungen und neuere Projekte. Zudem entscheiden sie über die Einstellung von neuen Mitarbeitern und tauschen sich in der Regel dreimal im Jahr aus.

Die Kooperationsvereinbarung beruht auf die Charta Oecumenica Socialis, eine Vereinbarung für die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Diakonischen Werk der evangelischen Landeskirche in Baden und dem Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg aus dem Jahr 2007, die in den Jahren 2015 und 2016 überarbeitet und ein Jahr später in Freiburg bekräftigt wurde.

Meinhard Schamotzki weist daraufhin, dass die Hospizarbeit mittlerweile durch Hauptamtliche professionalisiert sei und nicht mehr nur allein Ehrenamtliche obliege. "Der Hospizdienst ist auch eine christliche Aufgabe der katholischen und evangelischen Kirche", sagt Schamotzki. Für den Hospizdienst biete diese Kooperation auch Vorteile. "Wir haben jetzt zwei Ansprechpartner", sagt Sabine Weidert, eine der drei Hauptamtlichen beim Hospizdienst Emmendingen-Teningen-Freiamt. Es könnten neue Stellen ausgeschrieben werden und da auch in Emmendingen die Zahl der Hochbetagten steigt, rücke die Sterbebegleitung immer mehr im Mittelpunkt.

"Die Ökumene wird bei uns bereits gelebt", sagt Sabine Weidert. Neben den Möglichkeiten, auch Räume der Diakonie zu benutzen, "ist ein gelebtes ökumenisches Element die Bestattung mit öffentlicher Trauerfeier, um auch Menschen ohne Anhang einen würdevollen Abschied zu geben." Weiterhin gibt es Trauergottesdienste wechselweise in der katholischen und evangelischen Kirche.

Zu dem Aufgabengebiet der Hospizarbeit gehört auch die Trauerarbeit, was bedeutet: die Angehörige begleiten, die einen Menschen verloren haben. Derzeit hat der Hospizdienst 35 aktive ehrenamtliche Mitarbeiter, die entsprechende Vorbereitungsseminare besuchen und Qualifikationen in der Trauerbegleitung vorweisen müssen. Im Vorjahr wurden 70 Personen begleitet, mehrere Stunden oder ein ganzes Jahr lang. "Die Angebote des Hospizdiensts sind kostenfrei", so Sabine Weidert. "Und sie unterliegen der Schweigepflicht." Die Beratung gelte für die ganze Familie. Ihr Rat: "Man kann sich nicht früh genug an uns wenden."