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26. Mai 2012

Er hat Gespür und Sinn der Gläubigen beleidigt

In dem Bericht wird Bischof Müller aus Regensburg wie folgt zitiert: "Es ist die Frage, ob die so genannten Reformgruppen wirklich solche sind. Es kann sein, dass Leute, die von sich aus nichts zustande bringen, sich an große Veranstaltungen dranhängen und eine parasitäre Existenzform bringen."

Mein erstes Gefühl beim Lesen dieses Zitats war Erschrecken und Trauer: Ein Amtsträger der Kirche hält Besucher eines großen Forums der Katholischen Kirche, für die er das Hirtenamt ausübt, für Parasiten? Unglaublich! Ungeheuerlich! Ist das der Umgang eines Bischofs mit seinen Brüdern und Schwestern im Glauben? Ist das die Einladung oder die Ausladung eines Bischofs zum nächsten Katholikentag in Regensburg? Meines Erachtens beleidigt und missachtet hier ein Bischof das Gespür und den Sinn von Gläubigen, die wie er getauft und mit Geist begabt sind und in der frühen Kirche ihren Bischof ganz selbstverständlich wählen konnten.

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Autor: Theo Nober, Au


1 Kommentar

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Peter Matulla

Registriert seit: 18.09.2010

Kommentare: 540

26. Mai 2012 - 10:58 Uhr

Der Gegenstand ist heikel. 200 Jahre waren Parasiten ein Dauerthema. Seit dem letzten Weltkrieg ist es dann still um sie.

Das Wort Parasit (Para, Sitos) bezeichnete im alten Griechenland einen hochgeachteten religiösen Beamten. Das bezeugt, etwa zweihundert Jahre nach Christus, der Schriftsteller Athenaios. Wohlgemerkt, es waren keine Beamten mit Pensionsberechtigung, sie waren von den Gemeinden auf Zeit gewählt.

Die Bedeutung des Wortes hat sich dramatisch geändert und beschreibt jetzt einen Körperfresser, der sich von den Säften seines Wirts ernährt und in ihm brütet. Allerdings zerstört er, im Unterschied zum Schmarotzer, nicht seine Lebensgrundlagen (den Wirt).

Die Mutation vom Parasit zum Schmarotzer ist in unseren modernen Gesellschaften akuter denn je. Die Eliten sind ihrer Wirtsgemeinschaft den Beweis schuldig geblieben, dass sie nur, wie ein harmloser Parasit, auf ihr sitzen und zu etwas nütze sind (z. B. ihr zu einem Bewusstsein ihrer Problemstellungen zu verhelfen).

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