Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

09. Januar 2015

Erst das Stadion, dann die Eishalle

EHC-Vorstand Werner Karlin zieht zum neuen Jahr eine positive Bilanz und erläutert die Haltung seines Vereins in der Stadiondebatte.

  1. EHC-Vorstand Werner Karlin mahnt zur Bescheidenheit Foto: Seeger

EISHOCKEY. Zwei Drittel der Hauptrunde sind in der Eishockey-Oberliga gespielt und der EHC Freiburg blickt von der Tabellenspitze herab auf die Konkurrenz. EHC-Vorstand Werner Karlin nimmt sich, anlässlich eines erfolgreichen Jahres, Zeit für eine Zwischenbilanz.

Ein weiteres Sechs-Punkte-Wochenende liegt hinter den Freiburger Puckjägern und pünktlich zum neuen Jahr hat sich das Wolfsrudel auf Tabellenplatz eins festgebissen. Entsprechend zufrieden zeigt man sich in der Führungsetage an der Ensisheimer Straße: "Wir freuen uns sehr über die Platzierung", bestätigt EHC-Vorstand Werner Karlin, angesprochen auf die sportlichen Leistungen seiner ersten Mannschaft in den vergangenen Monaten Gleichzeitig warnt der Clubchef davor, hochmütig zu werden. "Wir müssen trotz aller Euphorie Bescheidenheit walten lassen. Die Tabellensituation ist eine Momentaufnahme", gibt sich Karlin zurückhaltend. Anfang Januar ganz oben zu stehen, könne man nicht planen. Nicht zuletzt, da das Führungsquartett der Oberliga (Freiburg, Regensburg, Bayreuth, Selb) punktemäßig dicht beieinanderliege und schon ein einziges Wochenende die Tabellenkonstellation im oberen Drittel komplett durcheinander würfeln könne.

Werbung


Im Vergleich zum Vorjahr habe die Mannschaft sich noch einmal gesteigert, glaubt der erste Mann bei den Wölfen, sei insgesamt ausgeglichener geworden. "Natürlich hat der Trainer zunächst ein wenig experimentiert – vor allem in den Sturmreihen. Dennoch konnten wir zumeist aus den Vollen schöpfen und das Tempo stets hochhalten." Am Leistungszenit sei man derweil noch nicht angelangt, glaubt Karlin und zitiert dahingehend EHC-Trainer Leos Sulak: "Leos meinte nach dem letzten Sieg, besser spielen könne man immer. Wer aber zum Jahresbeginn ganz oben steht, muss irgendetwas richtig gemacht haben." Auch mit Blick auf das stetig wachsende Zuschauerinteresse beim EHC (drei Mal in Folge konnte man einen neuen Zuschauerrekord vermelden) jubiliert man in der Freiburger Führungsriege. Neben der attraktiven Spielweise und der erfolgreichen Bilanz der EHC-Cracks, nennt der Vereinschef die jüngsten Zuschaueraktionen, wie den "Teddy Bear Toss" oder den Familientag am vergangenen Sonntag als Gründe für den wachsenden Zulauf.

"SC-Stadion und Eishalle schließen sich nicht aus"

Trotz des Erfolges der Freiburger Eishockey-Cracks: Thema Nummer eins in der hiesigen Sportlandschaft ist derzeit zweifellos der bevorstehende Bürgerentscheid über den Stadionneubau des Sportclub Freiburg. Auch beim EHC bezieht man zum Großprojekt Position – zumal es auch für die Freiburger Eissportler alsbald um eine neue sportliche Heimat geht. Nichtsdestotrotz gibt man sich sportsmännisch: "Wir im Vorstand sind einhellig für ein neues SC-Stadion", erklärt Karlin. "Wir sehen, was der Verein über die Jahre geleistet hat und wie wichtig der Erstligasport für Freiburg ist – gerade im Fußball, dessen Bedeutung besonders groß ist." Die Befürchtung manch eines EHC-Anhängers, durch den Bau einer neuen Fußballarena rücke eine neue Eishalle in weite Ferne, teilt der Vereinsboss nicht. "Da vergleicht man Äpfel mit Birnen. Während das Stadion eine Spielstätte vom und für den Sportclub ist, würde eine Eissporthalle von der Stadt für die Bevölkerung errichtet. Der EHC wäre lediglich einer der Nutzer. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun." Wann man in Freiburg mit einer neuen Eishalle rechnen könne? "Das ist ein Thema, welches nach dem Stadionneubau angegangen werden kann", glaubt Karlin. "Wir planen jedenfalls keine sportlichen Schritte und Entwicklungen unter dem Gesichtspunkt: Es gibt ein neues Stadion." Mit einer spruchreifen Entscheidung zum Hallenbau rechne man nicht vor dem Sommer. Mindestens zwei Jahre bleibe man der altehrwürdigen Franz-Siegel-Halle mindestens noch treu.

In seiner inzwischen in die Jahre gekommenen Spielstätte empfängt der EHC Freiburg am Freitagabend den ERC Sonthofen. Konnten die Breisgauer beide bisherigen Partien gegen die Bulls auch klar für sich entscheiden (6:2 und 4:1), gelten die Allgäuer als unberechenbar. Neben Topscorer Markus Vaitl (6 Tore, 17 Assists) und Routinier Petr Sikora (4 Tore, 19 Assists), verstärken die Neuzugänge Christian Tarrach und Robin Slanina (ehemals EHC Freiburg) den Kader. Außerdem schicken die Bullen ihre wieder genesene Nationaltorhüterin Jennifer Harß aufs Eis. Am Sonntag gastieren die Freiburger schließlich beim Tabellenvorletzten Blue Devils Weiden.

Autor: Benjamin Resetz