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27. Juni 2012

Förderung

Erstmals benennt die Politik ein Ende der Beihilfe für Sonnenstrom

Erstmals benennt die Politik ein Ende der Beihilfe für Sonnenstrom / Vorerst wird weniger gekürzt.

  1. Schnell aufs Dach mit den Solarmodulen, ehe die Förderung ausläuft. Foto: Marina Lohrbach (fotolia)

BERLIN. Sonnenstromfreunde können vorerst aufatmen: Die Kürzung der Förderung fällt nach einem Kompromiss von Bund und Ländern nicht so stark aus wie geplant. Langfristig aber soll den Beihilfen in heutiger Form der Stecker gezogen werden. Einen Endpunkt für die Förderung – das gab es noch nie.


Bund und Länder haben sich nach Informationen aus Verhandlungskreisen darauf geeinigt, dass die gegenwärtige Solarförderung ausläuft. Die Stromverbraucher subventionieren per Umlage Photovoltaikanlagen weiter, bis eine Gesamtkapazität von 52 Gigawatt Leistung installiert ist. Derzeit sind 28 Gigawatt da. Bis diese Marke erreicht ist, sollen die Umlagesätze in monatlichen Schritten und in der bisher geplanten Größenordnung gesenkt werden. Ist die Grenze erreicht, soll zwar der Einspeisevorrang für Sonnenstrom erhalten bleiben. Vergütet würde der Sonnenstrom aber zu Marktpreisen.

Einerseits gibt es nun erstmals einen möglichen Endpunkt für die Sonnenstromsubventionierung. Zugleich drohe in den nächsten Jahren ein Boom, weil Interessenten noch die auf 20 Jahre garantierte Förderung ergattern wollten, heißt es in der Branche. Gewinner wären vor allem Unternehmen aus China, da 95 Prozent der Solarparks und viele Dachanlagen mit ihren Billigmodulen bestückt werden.

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stürmische Wachstum der Photovoltaik verursacht Probleme für die Stabilität des Stromnetzes. Außerdem gelten die Beihilfen für den Sonnenstrom als ein Preistreiber beim Strom. Dies hat Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) kritisiert. Er verlangt deshalb seit langem eine Deckelung der Solarförderung. Seine ursprünglichen Ziele, wonach die installierte Photovoltaikleistung auf 33 Gigawatt und der jährliche Zubau auf 1000 Megawatt begrenzt werden sollten, verfehlt der neue Kompromiss deutlich.



Der Streit um die Gebäudesanierung setzt sich fort

Anders als zunächst geplant, will die Bundesregierung ihre Ausbauziele bei der Photovoltaik nun nicht mehr nach unten korrigieren, sondern stabil halten. Die Regierungspläne für Kürzungen der Förderung um bis zu 30 Prozent werden nach dem Protest der Länder abgemildert. Besonders Hausbesitzer können sich freuen. Statt wie zunächst geplant ab 2013 nur noch 80 Prozent ihres erzeugten Stroms zu fördern, bleibt es bei 100 Prozent Förderung. Je Kilowattstunde Solarstrom bekommen sie 19,50 Cent – die Kürzung soll rückwirkend zum 1. April gelten und würde bei den nächsten Zahlungen entsprechend verrechnet. Zudem sollen große Dachanlagen, etwa auf Supermärkten, Bauernhöfen und Lagerhallen statt 16,50 Cent nun 18,50 Cent bekommen – diese Abmilderungen sind vor allem für Dachdecker und Handwerker gute Nachrichten. In Berlin wird erwartet, dass der Kompromiss zwischen Bund und Ländern bei der heutigen Sitzung des Vermittlungsausschusses gebilligt wird. Damit würde wenigstens eines der energiepolitischen Streitthemen beigelegt, die das Verhältnis zwischen Bund und Ländern seit Monaten belasten.

Dagegen ist die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung in weite Ferne gerückt. Dabei standen die Zeichen schon auf Einigung. Der vermeintliche Kompromiss, wonach Bund und Länder sich auf ein abgespecktes, gemeinsam zu finanzierendes Fördervolumen von einer Milliarde Euro plus Bundesprogramm für öffentliche Gebäude geeinigt hätten, hat sich jedoch als Missverständnis entpuppt. Die Länder gingen nach den Gesprächen mit Kanzleramtsminister Ronald Pofalla davon aus, dass der Bund für die Sanierung von Gebäuden in Bundes-, Landes- oder kommunaler Hand dauerhaft 200 bis 300 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung stellt. Der Bund war aber nur zu einer einmaligen Zahlung bereit.

Autor: Bärbel Krauß und dpa


6 Kommentare

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Martin Burster

Registriert seit: 31.01.2010

Kommentare: 1354

27. Juni 2012 - 09:58 Uhr

Außerdem gelten die Beihilfen für den Sonnenstrom als ein Preistreiber beim Strom. Dies hat Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) kritisiert. Er verlangt deshalb seit langem eine Deckelung der Solarförderung.

Der wahre Grund liegt eher darin, dass Marionette Rösler die Interessen seiner Klientel, der großen Stromversorger schützen muss. Denn im Gegensatz zu Windparks auf hoher See oder klimaschädlicher Kohlekraft ist Photovoltaik dezentral und damit für die zentralen Strukturen der Konzerne nicht interessant. Dummerweise ersetzt der Sonnenstrom zunehmend fossilen Strom und das genau zu dem Zeitpunkt, wo die Nachfrage am größten ist und die Konzerne das meiste Geld verdienen. Da kann die Lobbyvereinigung FDP natürlich nicht tatenlos zuschauen.
Der wirkliche Preistreiber bei der EEG-Umlage und dem Strompreis ist nicht die Photovoltaik, sondern die skrupellose Lobbypolitik der Röslers und Brüderles in der Regierung. Wer immer mehr Industriebetriebe von den Investitionen der Energiewende befreit, der darf sich nicht wundern, wenn die Kosten für Privathaushalte steigen.

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Detlef Wolters

Registriert seit: 25.07.2009

Kommentare: 449

27. Juni 2012 - 19:18 Uhr

@Burster

Auch wenn es manchmal schwer zu verstehen ist: "Preis" setzt sich zusammen aus Kosten + Gewinn. Die Industrie mit EEG zu belasten erhöht die Kosten und dadurch den Preis, den die VERBRAUCHER bezahlen müssen. Lässt sich der Preis nicht anpassen, dann werden die Kosten verringert (notwendigerweise ueber Personaleinsparung) oder die Produktion wird verlagert.
Letztendlich werden die wahren Kosten der EEG durch Belastung der Industrie nur versteckt und landen doch allesamt beim Verbraucher.

Realität ist durch Ideologie nicht zu schlagen ! Offensichtlich bereitet das Erkennen der Realität Probleme.

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Peter Schneiderhahn  

Peter Schneiderhahn

Registriert seit: 25.11.2011

Kommentare: 498

27. Juni 2012 - 19:38 Uhr

Hr. Wolters

man könnte Ihnen grundsätzlich ja recht geben, wenn alle Formen der Energieerzeugung (physikalisch falsche Begrifflichkeit- ich weiß) komplett über den Preis abgerechnet werden und zwar mit allen entstehenden Kosten über deren Nutzungszeitraum!

Dazu gehören dann eben auch Herstellung von Kraftwerken, Erhalt, Rohstoffabbau /- beschaffung inkl. der Nebenkosten für Umsiedlung Renaturierung, aber eben auch Entsorgung von Rest- und Abfallstoffen, sowie Rückbau von Kraftwerksanlagen nach Nutzung, etc.

Und in diesem Punkt gibt es ein großes Missverhältnis zwischen der Föderung im Rahmen des EEG und der 'konventionellen' Stromerzeugung. Während man die Zuschüsse des EEG auf der Stromrechnung sieht, erscheinen die Kosten für Endlagerung, Kohlesubventionen, Renaturierung Tagebau, Rückbau von Kraftwerken, etc. nur auf der Schuldenuhr des Bundes.

Da ist es natürlich sehr einfach davon zu sprechen, dass Solarstrom zu den Preistreibern gehört - die anderen Kosten sind für den Stromverbraucher nicht sichtbar!

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Detlef Wolters

Registriert seit: 25.07.2009

Kommentare: 449

27. Juni 2012 - 20:23 Uhr

@Schneiderhahn
Rückbau und Renaturierung zählt der Energieerzeuger.
Solarstromfoerderung erhält der chinesische Hersteller.

Ach übrigens, war die Förderung des Handwerks nicht immer ein Argument für Solarstrom ? Wo tauchen diese Kosten auf ? Zahlen muss ja wohl der Mieter und Familien mit Kindern. Kassieren übernimmt der Hausbesitzer !

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Peter Schneiderhahn  

Peter Schneiderhahn

Registriert seit: 25.11.2011

Kommentare: 498

27. Juni 2012 - 21:46 Uhr

Hr Wolters,

wenn die Betreiber wirklich alle Kosten betriebswirtschaftlich berücksichtigen müssten, dann hätten wir vermutlich keine Braunkohle- und auch keinen Kernkraftwerke mehr. Gas- und vllt. Steinkohlekraftwerke wären vmtl. noch im Rennen, aber bedenken Sie bitte, das In D kaum Gas gewonnen und Steinkohle zum größten Teil importiert werden - in Bezug auf Ihr Argument, dass Solarmodule ja nur den Chinesen helfen!

Alle Kosten sollten in den Preisen berücksichtigt werden, dann könnte man die verschiedenen Energieträger auch mit ihrem wirklichen Marktwert vergleichen und nicht über z.T. verdeckte Subventionen verfälscht werden. Und diese zahlt auch der Mieter und die Familien mit Kindern, etc...

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Detlef Wolters

Registriert seit: 25.07.2009

Kommentare: 449

28. Juni 2012 - 09:07 Uhr

@Schneiderhahn
Herr Schneiderhahn, Deutschland hat bedeutende Vorkommen an Schiefergas. Eine Förderung könnte allerdings Solar- und Windenergie noch unrentabler machen, wenn der Gaspreis, wie in den USA, auf ein Fuenftel fällt. Polen hat das erkannt und steigt in die Gasförderung ein. Zusammen mit guenstigen Arbeitskosten duerfte dem Nicht-Euroland eine glänzende Zukunft bevorstehen.
Wir dürfen dafür Teuer-Gas vom Genossen (je nach Präferenz darf Schroeder, Putin oder Joschka Fischer eingesetzt werden) kaufen.
Diese Politik macht mich übrigens zu einem Befürworter des Betreuungsgeldes. Wie soll eine Familie mit mehreren Kindern zukünftig die Energiekosten bezahlen, wenn die Kinder im Haus bleiben und superteuren Strom und Waerme verbrauchen, die gutsituierte Ideologen künstlich auf immer neue Rekordhoehen getrieben haben ?
"Familienenergiekostenzuschuss" wäre wohl ein besserer Name als "Betreuungsgeld".

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