Kommentar

Silberstreifen für ein spannenderes Bundesliga-Titelrennen

Otto Schnekenburger

Von Otto Schnekenburger

So, 26. August 2018 um 00:00 Uhr

Kommentare

Der Sonntag Die Fußball-Bundesliga ist in ihre neue Saison gestartet. Es gibt (leider nur) ein kleines bisschen Hoffnung, dass das Meisterrennen spannender werden wird als in den vergangenen Jahren.

Das kollektive Aufstöhnen bei allen, die nicht zum großen Erfolgsverein FC Bayern München halten, war bei der Übertragung des Eröffnungsspiels in einem Fußballvereinsheim im Freiburger Osten nicht zu überhören: Die neue Spielzeit der Fußball-Bundesliga begann am Freitag so, wie es beim weniger kaufkräftigen Rest der Liga gemeinhin mit "The same procedure as last year, the same procedure as every year" (Die gleiche Prozedur wie letztes Jahr, die gleiche Prozedur wie jedes Jahr) kommentiert wird: Mit einem unberechtigten Foulelfmeter für die Bayern, der dem Rekordmeister letztlich den Weg zum ersten Heimerfolg im Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim ebnete.

Natürlich rutscht man nicht so unbedarft und übereilig quer durch den Strafraum, wie das der Hoffenheimer Havard Nordtveit in der 79. Minute tat. Aber der Norweger hatte seine Aktion praktisch beendet und lag hilflos auf dem Rasen, als Bayerns Franck Ribery die günstige Gelegenheit erkannte und sich über sein Gegenüber fallen ließ.

Also alles beim Alten, die Schale wird im Mai wieder in München in die Höhe gehalten? Obwohl man sich an der Säbener Straße bei den Neuzugängen in der Sommerpause beachtenswert zurückhaltend gab, strotzt der Kader, der Neu-Trainer Niko Kovac zur Verfügung steht, im ligainternen Vergleich immer noch vor Spielstärke. Und doch meint man im Wunsch nach einem spannenderen Titelrennen einen kleinen Silberstreifen am Horizont auszumachen. Vorzeigenswert ist zum Ligastart auch das Personal bei den Teams aus Dortmund, Schalke oder Leipzig. Und für eine Überraschung könnten vielleicht die gerade im offensiven Bereich vielversprechend besetzten Gladbacher sorgen.



Auch weiter unten ist immer "the same procedure" zu befürchten. So gilt für die Freiburger wieder einmal das Augenmerk dem Klassenerhalt. Vereine, die sich für den Ligaverbleib wieder sehr strecken müssen, dürften die Aufsteiger und "kleinere" Klubs wie Augsburg und Mainz sein. Und nach Trainerweggang und angesichts der Doppelbelastung Europa League und Bundesliga sehen nicht wenige auch Frankfurt trotz des gelungenen Starts in Freiburg in der Gefahr, in den Tabellenkeller zu geraten.