Erlösender Heimsieg

Werner Hornig

Von Werner Hornig

Mo, 12. März 2018

Bezirksliga Hochrhein

BEZIRKSLIGASPIEL DES TAGES: TuS Efringen-Kirchen schlägt BFC Friedlingen im Kellerduell mit 4:0.

FUSSBALL Bezirksliga: TuS Efringen-Kirchen – Bosporus FC Friedlingen 4:0 (2:0). Der Heimfluch ist besiegt: Im neunten Anlauf hat der TuS Efringen-Kirchen den langersehnten ersten Dreier auf eigenem Platz eingefahren. Im Kellerduell siegte der TuS mit 4:0 gegen Bosporus FC Friedlingen und schöpft Hoffnung im Abstiegskampf.

Wer weiß, vielleicht haben sich die Efringer bisher einfach nur nicht getraut. Erst vor dem Spiel gegen Bosporus wurde das neue Vereinsheim offiziell eingeweiht. Und siehe da, kaum hatte der schmucke Neubau seinen Segen, da klappte es auch zuhause. Ein perfekter Tag für die Gastgeber, die den Rückstand auf das rettende Ufer zur Spvgg. Brennet-Öflingen auf fünf Zähler verkürzen konnten.

Für Dennis Weiß ist der erste Heimsieg allerdings nur ein Etappenerfolg auf dem langen Weg zum Klassenerhalt. "Viel haben wir noch nicht erreicht", mahnte der TuS-Trainer, der hofft "dass sich dieser Sieg auf das Selbstvertrauen und Moral auswirken wird". Schon am Samstag stehe Efringen im Derby beim VfR Bad Bellingen auf dem Prüfstand.

Efringen beraubt Bosporus durch Pressing seiner Stärken

Gegen Schlusslicht Friedlingen griff die Taktik. "Wir wussten, dass wir sie nicht spielen lassen dürfen. Da sind sie richtig stark", erklärte Weiß. Seine Elf attackierte die Gäste früh und bot ihnen dadurch kaum Räume, so dass ihre technischen Stärken nicht umsetzen konnten. "Wir hatten uns viel vorgenommen, wollten schnell spielen und den Ball laufen lassen", sagte BFC-Coach Faik Zikolli.

Doch nach 20 Minuten waren sämtliche Vorgaben für Friedlingen schon über den Haufen geworfen, Efringen führte 2:0. Jonathan Arnold hatte BFC-Torhüter Zico Struss (14.) überlupft, Jochen Bürgin traf nach schönem Zuspiel von Michael Flad (20.). "Das war zu blauäugig", bemängelte Zikolli das Verhalten seiner Elf.

Bei Weiß waren derweil immer entspanntere Gesichtszüge zu erkennen. Erst recht nach dem 3:0. Ein Augenschmaus für Fußball-Ästhetiker. Der aufgerückte Verteidiger Simon Diodene überlistete Struss mit einem Hackentor à la Leon Bailey, der für den Bundesligisten Bayer Leverkusen vor wenigen Wochen gegen die TSG Hoffenheim auf die gleiche Weise traf. "Ich komme als Verteidiger ja nicht so oft vor das andere Gehäuse. Aber der gegnerische Torwart lässt den Ball fallen. Da habe ich intuitiv richtig entschieden", freute sich Diodene diebisch über sein erstes Saisontor ("Im letzten Jahr in der Landesliga habe ich dreimal getroffen."). Wichtig für Diodene war aber die Mannschaftsleistung. "Dieser Sieg war hoffentlich ein Anfang. Aber wir dürfen uns nicht ausruhen und müssen weiter punkten."

Bosporus enttäuschte auf der ganzen Linie und blieb auch im zehnten Auswärtsspiel der Saison ohne Sieg. "Vorne hat uns eindeutig die Durchschlagskraft gefehlt", sagte Zikolli. Aufgeben im Abstiegskampf? Daran verschwendet er auch nach der zehnten Pleite in Folge (noch) keine Gedanken. "Wir brauchen Geduld und Punkte. Beides haben wir momentan jedoch nicht." Vollauf zufrieden nach dem Sieg im Kellerduell war Dennis Weiß. Zumindest fast. "Wir haben in der zweiten Hälfte zu viele Chancen ausgelassen. Gegen andere Teams dürfen wir uns das nicht erlauben." An diesem Tag klang das wie ein kleines Efringer Luxusproblem.

Tore: 1:0 Arnold (14.), 2:0 Jochen Bürgin (20.), 3:0 Simon Diodene (53.), 4:0 Hallasch (71.). Schiedsrichter: Metzger (Bad Säckingen). Zuschauer: 150.

Fotos vom Spiel unter http://www.fupa.net/suedbaden