Feilen an Staufens Events kaum nötig

Susanne Müller

Von Susanne Müller

Fr, 02. März 2018

Staufen

Nur vorsichtige Veränderungen bei Veranstaltungen / Bürgermeister Benitz berichtet beim Gewerbeverein über die Stadtentwicklung.

STAUFEN. Weniger Coverbands bei Wein & Musik sowie ein neuer Internetauftritt – damit sind die größten Veränderungen beschrieben, mit denen der Staufener Gewerbeverein im neuen Jahr für Aufmerksamkeit sorgen will. Daneben gab es bei der Mitgliederversammlung viele spannende Infos vom Bürgermeister über die Pläne der Stadt, die die Geschäftsleute betreffen.

Im Gewölbekeller des Weinguts Landmann stimmte Wolfgang Dorst die Gewerbevereinsmitglieder auf die geplanten Aktivitäten ein. Vorausgegangen sind seit seinem Amtsantritt, so der neue Vorsitzende, fünf intensive Monate für das Vorstandsteam. Dorst sprach sogar von schlaflosen Nächten. Die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Bauhof funktioniere gut. Vieles könne auf dem kleinen Dienstweg geklärt werden, sagte er. Eine Hausaufgabe will Dorst vor dem Saisonstart noch erledigen: Ein Treffen mit den heimischen Winzern und Gastronomen, um deren Belange bei den Veranstaltungen im Städtchen noch besser berücksichtigen zu können.

» 8. April: Blühendes Staufen. Zu den Erfolgen des Vorjahres, an die Staufens 1857 gegründete Händlervereinigung dieses Jahr anknüpfen will, zählt zunächst am 8. April die Aktion Blühendes Staufen mit verkaufsoffenem Sonntag und Modemeile. Dafür bepflanzt die Stadt wieder die Blumenkübel. Doch die müssen zunächst auf Kosten des Gewerbevereins aufgefrischt werden. Die Modemeile, die von einem Dutzend Modegeschäften bestückt wird, soll laut Fachbereichsexpertin Gabi Thoma vom Herrenbekleidungsgeschäft Filou entzerrt und somit kurzweiliger werden.

28. April: Grabentag. Nach einer Pause im Vorjahr aufgrund der Straßensanierung findet am 28. April auch wieder ein Grabentag statt. 21 Betriebe haben bereits Interesse signalisiert.

» 6. Mai: Oldtimertag. 60 Anmeldungen liegen schon vor für den traditionellen Oldtimersonntag, der für den 6. Mai anberaumt ist. Da vertraut Dorst auf das bewährte Organisationsteam mit Ulla Spang, Katja Heitz und Anton Brender: "Ohne sie geht nix bei diesem familiären Ereignis, auf das sich Oldtimerfans aus nah und fern schon lange freuen."

25. bis 27. Mai: Wein & Musik. Fest steht im Kalender auch das Datum für Wein & Musik, ebenfalls im Mai, vom 25. bis zum 27., nach Pfingsten. Das ist manchem Händler zu eng getaktet. Dorst versprach, im kommenden Jahr an der Terminplanung zu feilen. "Das Programm steht, da müssen wir jetzt durch", meinte Dorst, die Bands seien längst engagiert. Für die musikalische Bandbreite auf den drei Bühnen in der historischen Altstadt zeichnet nun Gastronom Siggi Kerber verantwortlich. Und der kündigte zwei Veränderungen an. So sollen mehr Gruppen auftreten, die eigene Musik machen. Darüber hinaus wird das Tanz-Event am Samstagnachmittag durch Auftritte von Singer-Songwritern ersetzt. "Schon möglich, dass sich der ein oder andere mitten ins Publikum mischt", schätzt Kerber, der für die Organisation vor Ort noch Manpower aus den eigenen Reihen benötigt.
» 7. Oktober: Fabelhaftes Staufen. Für den verkaufsoffenen Sonntag Fabelhaftes Staufen im Herbst, der vergangenes Jahr erneut Besucherrekorde verzeichnete, wird Wolfgang Dorst wieder neue Gruppen engagieren.
» 23. November: Eröffnung der festlich geschmückten Einkaufsstadt

8. Dezember: Altstaufener Weihnachtsmarkt

14./15. Dezember: Lichternacht

Besorgt blicken einige Händler Richtung Jahresende auf die drei großen Events, die traditionell ins Haus stehen. Dann werde die Route von der Kirchstraße bis zur Gusseisenbrücke mit dem Fichtner-Steg beim Café Decker zur Baustelle. So schlimm wie auf dem Graben wird es jedoch nicht, beruhigte Bürgermeister Michael Benitz. Auf jeden Fall soll im Zuge der Kanalarbeiten ein Pflasterband eingerichtet werden, und es kommen Glasfaserrohre rein. Erheblich größer wird die Baustelle auf dem Schladerer-Areal. Überhaupt werde sich viel tun in den nächsten fünf Jahren in der Stadt. Rund 50 Millionen Euro werden investiert, so Benitz, der sich überzeugt zeigte, dass Staufen gestärkt wird durch die geplanten Maßnahmen.

Mehr zu den Arbeiten im Zentrum und zur Umfahrung gibt es am 22. März bei der Bürgerversammlung. Auf Nachfrage bezog Benitz zur Parkplatzplanung Stellung. Darüber müsse der Rat entscheiden. Zwei Varianten seien in der Pipeline. Zum einen eine Tiefgarage für das neue Bürgerhaus. Oder als Alternative ein Parkhaus auf dem oberen Schladererplatz, wofür ein Wettbewerb ausgeschrieben werde. Das müsste architektonisch eingebunden werden. "Wir brauchen jeden zusätzlichen Parkplatz", sagte der Bürgermeister.

Auch die Deckerbrücke werde saniert. Den daneben liegenden Fichtner-Steg wolle man abreißen, denn das verringere die Hochwassergefahr. "Kaum zu glauben, aber das senkt den Wasserstand um einen halben Meter", schilderte Benitz. Ein entscheidender Vorteil, wenn es um ein Hundertjährliches Hochwasserereignis geht. Denn dafür ist im Neumagen nicht ausreichend Platz. Um den Fluss in einem solchen Fall zu bändigen, brauche es jedoch noch weitere Maßnahmen. Einen 30 bis 40 Zentimeter hohen Damm beim Schladererplatz, Mauer beim Café Decker, und eine 50 bis 60 Meter lange Barriere gegenüber, so Benitz.