Nach langer Suche

Frederik Wenz wird neuer Chef der Freiburger Uniklinik

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

So, 23. September 2018 um 18:02 Uhr

Südwest

Nach diversen Rückschlägen und mehr als einem Jahr Suche ist für das Universitätsklinikum Freiburg ein neuer Leitender Ärztlicher Direktor gefunden. Frederik Wenz wechselt von der Uniklinik Mannheim nach Freiburg.

Frederik Wenz (52), derzeit als Leitender Ärztlicher Direktor am Uniklinikum Mannheim tätig, wird den scheidenden Freiburger Vorstandschef Jörg Rüdiger Siewert (78) ersetzen. Das hat die Badische Zeitung aus zuverlässigen Quellen erfahren.

An diesem Montag will der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Clemens Benz, Ministerialdirigent im Wissenschaftsministerium, den Ärztlichen Direktoren in Freiburg den neuen "LÄD" vorstellen. Antreten wird er voraussichtlich im Januar. Der Vertrag Siewerts, der das Haus seit 2010 leitet, endet zum 31. Oktober. Übergangsweise soll sein Stellvertreter Rainer Schmelzeisen die Geschäfte führen.
Rückblick: Südbadens größter Arbeitgeber, das Universitätsklinikum Freiburg, fahndet seit langem nach einem neuen Chef. Der Markt ist leergefegt – die wenigen Wunschkandidaten sagten ab. Warum ist das so?

Frederik Wenz ist habilitierter Radiologe, hat in Heidelberg und an verschiedenen Universitäten der USA studiert und ist – neben der ärztlichen Gesamtleitung des Mannheimer Klinikums – auch Direktor der dortigen, auf Tumorbehandlung spezialisierten Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie. Er sitzt im Vorstand der Deutschen Krebsgesellschaft.

Das Mannheimer Klinikum mit 1350 Betten und 4800 Mitarbeitern (Stand 2016) ist das einzige nicht landeseigene Uniklinikum Baden-Württembergs. Es wird von der Stadt Mannheim getragen und hat seinen akademischen Status seit 2001 dank einer Kooperation mit der nahen Universität Heidelberg. 2014 geriet das Haus nach einem Hygieneskandal in die Krise. Danach wurden dem Radiologen Wenz nicht nur die medizinische Gesamtleitung, sondern auch einer der beiden Geschäftsführerposten übertragen.

Freiburg zählt mit 1600 Betten und 11.000 Mitarbeitern zu den größten Kliniken Deutschlands. Auch dieses Haus war nicht frei von Führungs- und Imagekrisen, so um die Dopingvorwürfe gegen die frühere Sportmedizin, gilt aber seit längerem als geordnet. Die Suche einer Personalagentur nach Nachfolgern Siewerts verlief dennoch schwierig und langwierig, es gab mehrere kurzfristige Absagen von Wunschkandidaten aus anderen Unikliniken der Republik.

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