Freiburg

Die Sanierungskosten der Ebneter Eschbachbrücke haben sich innerhalb eines Jahres verdoppelt

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Fr, 20. Juli 2018

Freiburg Ost

Die Schäden sind seit Jahren bekannt, nun soll die Eschbachbrücke im Zentrum von Ebnet saniert werden – was der Ortschaftsrat in seiner jüngsten Sitzung begrüßte. Die Kosten liegen mit 800000 Euro doppelt so hoch wie prognostiziert.

Vertagt hat das Gremium einen Beschluss über die neue Abgrenzung des Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebiets im Ebneter Osten. Denn dort gibt es Unklarheiten wegen einer Bebauung. Außerdem beschloss der Ortschaftsrat eine neue Parkregelung an der Dreisamhalle und beschäftigte sich mit den Kindergartenplätzen.

"Wir können froh sein, wenn’s endlich gemacht wird", kommentierte Ebnets Ortsvorsteher Bernhard Sänger die Sanierung der Eschbachbrücke, die gegenüber dem Schloss Ebnet die Ortsdurchfahrt Schwarzwaldstraße über den Eschbach führt. Denn das Bauwerk ist schon lange marode. Seit 2016 dürfen Lastwagen mit mehr als 30 Tonnen Gewicht die Brücke nicht mehr passieren. Das städtische Garten- und Tiefbauamt sieht dringenden Handlungsbedarf – und hat deshalb jetzt außerplanmäßig 800 000 Euro beantragt. Die Kosten liegen damit doppelt so hoch wie vor eineinhalb Jahren prognostiziert.

Grund seien die allgemeinen Preissteigerungen, heißt es aus dem Rathaus: Bei Ingenieurbauwerken würden inzwischen 40 bis 70 Prozent mehr verlangt als noch Anfang 2017. Den Ebneter Ortschaftsräten wäre es wichtig, im Zusammenhang mit der Brückensanierung auch den seit langem gewünschten Rückbau der Schwarzwaldstraße zu realisieren. "Den alten Zustand wieder herzustellen wäre total irrsinnig", sagte Beate Schramm (Forum Ebnet).

Für Irritationen sorgte in der Sitzung eine geänderte Abgrenzung, die für das FFH-Gebiet "Kandelwald, Roßkopf und Zartener Becken" geplant ist. Hintergrund sind neue Sammelverordnungen, die das Land Baden-Württemberg aufgrund von Vorgaben aus der EU erlassen muss. Verantwortlich für den Prozess ist das Regierungspräsidium, Städte und Gemeinden dürfen Stellungnahmen abgeben. Aus Ebnet gab es jedoch kein Votum. Ortsvorsteher Sänger schlug vor, das Thema zu vertagen. Das FFH-Gebiet an sich sei nicht das Problem, sagte er, sondern eine Fläche südlich des Grundstücks Steinhalde 120. Denn diese möchte die Stadt Freiburg aus dem FFH-Gebiet heraushalten, weil sie dort eine Möglichkeit "zur Schaffung von Wohnraum für Flüchtlinge und Asylbegehrende" sieht. Die Ortsverwaltung habe alle Ämter abtelefoniert und versucht, nähere Infos zu diesen Planungen zu bekommen, sagte Sänger – aber ohne Erfolg. Eine Abstimmung zum FFH-Gebiet mache deshalb keinen Sinn, meinte auch die Mehrheit der Räte.

Gut aufgestellt ist Ebnet bei der Kinderbetreuung. Wie Birte Krüger vom Amt für Kinder, Jugend und Familie (AKI) den Ortschaftsräten erklärte, liegt bei den Unter-Dreijährigen die Versorgungsquote mit 55 Prozent sogar höher als der Bedarf von 48 Prozent. "Und auch bei den älteren Kindern sieht es positiv aus", so Krüger.

Unter dem Punkt Verschiedenes beschäftigte sich der Ortschaftsrat mit der Parkregelung an der Dreisamhalle. Bislang darf dort werktags von 9 bis 19 Uhr maximal zwei Stunden (Halle) oder vier Stunden (Sportanlagen) geparkt werden. Einstimmig beschlossen die Räte, die Zeiten an beiden Orten auf sechs Stunden zu erhöhen. Außerdem soll es eigens ausgewiesene Parkplätze für die Lehrer der benachbarten Feyelschule und für die dort ebenfalls ansässige Feuerwehr geben.

Ortsvorsteher Sänger berichtete zudem von der Sitzung des Gestaltungsbeirats, der sich vergangene Woche mit dem Baugebiet Hornbühl-Ost am östlichen Ebneter Ortsausgang beschäftigt hat (die BZ berichtete). Die Räte hoffen, dass die Planungen nun noch einmal geändert werden. Der Gestaltungsbeirat hatte unter anderem gefordert, dass maximal dreigeschossige Häuser entstehen. Geplant sind derzeit am Ortsrand vier Etagen.
Sitzungsdauer: 80 Minuten.
Teilnehmer: alle zwölf Räte.
Zuhörer: 14.