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30. Dezember 2009 11:42 Uhr

Im Linienbus nach Kappel

31-Jähriger zeigt Zivilcourage – und wird verprügelt

An einer Bushaltestelle Kappel ist in der Nacht zum Dienstag ein 3 1 Jahre alter Mann verprügelt und verletzt worden. Er hatte sich schützend vor einen Jugendlichen gestellt, den das brutale Schläger-Quartett attackiert hatte.

Der Angriff erinnert an den Fall von Dominik Brunner, der im September am Münchner S-Bahnhof Solln zu Tode von Jugendlichen geprügelt wurde. Wie Brunner wollte auch der 31-jähriger Freiburger helfen: Er ging dazwischen, als ein 16-jähriger Jugendlicher von den vier Schlägern aus bislang noch unbekannten Gründen attackiert wurde.

Mit einen Stein zugeschlagen?

Der Vorfall ereignete sich nachts gegen 1 Uhr. Das Quartett hatte den 16-Jährigen schon in einer Straßenbahn der Linie 1 auf der Fahrt zur Endhaltestelle in Littenweiler bedroht. Beim Umsteigen in den Bus nach Kappel schloss sich der Bedrohte zwei anderen jungen Männern an,17 und 18 Jahre alt. Dennoch schlugen die vier Jugendlichen beim Aussteigen aus dem Bus in Kappel auf ihn ein.

Nach bisher vorliegenden Erkenntnissen traktierten sie ihn noch mit Fußtritten, als er bereits auf dem Boden lag. Auch ein faustgroßer Stein sei bei der Attacke verwendet worden. Die zwei jungen Männer, die der 16-Jährige zuvor um Beistand gebeten hatte, griffen aus Angst vor der Brutalität der Prügelnden nicht ein. Sie alarmierten umgehend per Notruf aus sicherer Distanz die Freiburger Polizei.

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Helfer am Hinterkopf verletzt

Ein 31-jähriger Familienvater, von Beruf Koch, der von der Arbeit kommend auf dem Weg nach Hause war, griff spontan ein. Die Folge: Der Mann musste am Hinterkopf mit fünf Stichen und an der Lippe mit zwei Stichen genäht werden. Außerdem hat der Mann eine schmerzhafte Fußverletzung und ist derzeit krankgeschrieben.

Eltern zeigen sich "befremdet"

Drei der vier Schläger hat die Polizei inzwischen gefasst. Zwei sind 15, einer ist 16 Jahre alt. Sie stammen aus dem Freiburger Osten und aus einem nördlichen Stadtteil. Einer der Täter hatte nahezu zwei Promille Alkohol im Blut. Der vierte ist flüchtig.

Der als Haupttäter bezeichnete 16-Jährige zeigte sich den Ermittlern gegenüber wenig einsichtig und beleidigte zudem die eingesetzten Polizeikräfte. Die Eltern der Schläger, die von der Polizei noch in der Nacht informiert wurden, zeigten sich zum Teil "befremdet" über die Ermittlungen, berichtet Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid.

Autor: rö