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13. Oktober 2017 14:50 Uhr

Neubau

Am Ex-Ratsstüble wurde Richtfest gefeiert

Um das Ratsstüble und seinen Abriss hat es viele Debatten und Streit gegeben. Doch jetzt steht der dreistöckige Neubau im Herzen der Freiburger Altstadt. Am Donnerstag wurde Richtfest gefeiert.

  1. Über dem Ladengeschäft des Ratsstüble-Komplexes werden vier Wohnungen entstehen. Am Donnerstagnachmittag wurde das Richtfest mit dem Richtspruch der Zimmerleute gefeiert. Foto: Thomas Kunz

Die Bauherren Martina und Wolfgang Feierling-Rombach rechnen damit, dass der Bau im März oder April fertig ist. Dann wird in die unteren beiden Stockwerke ein Depot-Einrichtungshaus einziehen. Im Stockwerk darüber und im Dachgeschoss entstehen vier Wohnungen.

Mieter in den neuen Räumen wird das Dekogeschäft Depot

Geselle Dominik Pelz hat hoch oben auf dem Dachfirst des Neubaus an der Universitätsstraße den traditionellen Richtspruch gesprochen – und dann, auch das ist Sitte, das Weinglas zerschellen lassen. Für die geladenen Handwerker und auch die Nachbarn, die gekommen waren, gab es ein Essen und natürlich Bier aus der Hausbrauerei. Martina Feierling-Rombach bestätigte noch einmal, was ohnehin längst bekannt ist: Eine Wirtschaft wird nicht mehr einziehen. Ohne Außenfläche sei kein wirtschaftlicher Betrieb möglich gewesen. Die Räume nutzt das expandierende Einrichtungsgeschäft Depot, das Wohnaccessoires und kleine Möbel vertreibt und mehrheitlich der Schweizer Migros-Gruppe gehört. Depot hat bereits eine Freiburg-Dependance in Unterlinden. "Wir sind sicher, dass das Geschäft für mehr Frequenz in der Universitätsstraße sorgt, was der Ecke hier gut tun wird", so Feierling-Rombach.

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Vor zehn Jahren ist der letzte Wirt aus dem "Ratsstüble" ausgezogen. Danach begann eine lange Reihe von Untersuchungen und Überlegungen, wie es weitergehen sollte. Der gesamte Komplex bestand aus fünf Gebäuden – drei an der Universitätsstraße und zwei an der Rathausgasse. Die Häuser nahe am Rathaus gehörten zu den ältesten in Freiburg. Die Kellermauern datierten zurück ins 12. Jahrhundert, das war die Zeit der Stadtgründung. Archäologen untersuchten nach dem Abriss das Gelände und entdeckten im rückwärtigen Bereich unter anderem neun Latrinen.

Im Frühjahr 2018 soll der Gebäudekomplex fertig sein

Statiker und andere Sachverständige waren am Ende zu dem Befund gekommen, dass die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude an der Universitätsstraße mit der markanten grünen Fassade nicht mehr zu retten sind. Die städtische Baurechtsbehörde genehmigte den Abriss – was heftige Debatten in der Öffentlichkeit ausgelöst hat.

Es habe eine zukunftsfähige Lösung gefunden werden müssen, sagte Bauherrin Feierling-Rombach: "Wir wollten die Probleme mit diesem komplexen Objekt nicht der nächsten Generation aufhalsen." Die ebenfalls denkmalgeschützten Häuser an der Rathausgasse hätten erhalten werden können. Sie würden in das Ladengeschäft integriert.

Entworfen hat das neue Gebäude der Freiburger Architekt Hubert Horbach. Bauleiter Robert Meßmer hob in seiner Rede die besonderen Anforderungen der Baustelle im engen Innenstadtbereich hervor. Schon das Stellen des Krans war ein Großprojekt. Der Kran steht immer noch im Gebäude – und zwar in dem Schacht, in dem künftig der Aufzug fahren wird.



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Autor: Joachim Röderer