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13. Juli 2010 17:40 Uhr

Kronenstrasse

Blitzer im Dauereinsatz: Autofahrer tappen in Tempo-30-Falle

Das ist fast schon ein Blitzlichtgewitter: Augenzeugen schätzen, dass an der stationären Tempokontrolle an der Freiburger Kronenstraße jeder zweite bis dritte Autofahrer geblitzt wird – allerdings nur nachts.

  1. Wieder hat es einen erwischt: An der Kronenstraße fährt derzeit nahezu jeder zweite Autofahrer schneller als das erlaubte Tempo 30. Foto: Thomas Kunz

Die Erklärung ist einfach: Seit Kurzem gilt hier zwischen 22 Uhr und 6 Uhr Tempo 30. Das hat der Freiburger Gemeinderat mit überwältigender Mehrheit beschlossen – aus Gründen des Lärmschutzes darf auf den Hauptdurchgangsstraßen nur noch 30 gefahren werden.

Diese neue Regelung gilt unter anderem für die B 31-Stadtdurchfahrt entlang der Dreisam von der Kronenbrücke bis zum Tunnel – und eben auch für die vierspurige Kronenstraße zwischen Kronenbrücke und Total-Tankstelle. Viele Autofahrer tun sich offenbar noch schwer damit, nachts auf der breiten und oft nur wenig befahrenen Strecke Tempo 30 einzuhalten. Doch das Gasgeben kann teuer werden: Seit Anfang Juli ist die Phase der Eingewöhnung beendet und die Stadt hat Tempokontrollen gestartet. Auf der B31 geschieht dies durch mobile Radarmessungen. An der Kronenstraße dagegen stehen auf beiden Seiten die bekannten stationären Blitzer. Die stellen sich automatisch um 22 Uhr auf die neue Höchstgeschwindigkeit ein – und die bilden Nacht für Nacht derzeit eine sprudelnde Einnahmequelle für die Stadt.

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Bei Tempo 60 ist man mit 80 Euro dabei

Wer in der 30er-Zone laut Bußgeldkatalog unter 51 Stundenkilometern (km/h) fährt, kommt mit einem Verwarnungsgeld von maximal 35 Euro davon. Wer um bis zu 30 km/h schneller fährt als erlaubt, zahlt 80 Euro und holt sich einen Punkt in Flensburg. Wer mit mehr als 61 Stundenkilometern geblitzt wird, dem droht ein Fahrverbot von einem Monat plus drei Punkte in der Verkehrssünderkartei samt Bußgeld von mindestens 160 Euro, zuzüglich Gebühren von 23,50 Euro.

Die Kronenstraßen-Blitzer im Dauereinsatz haben schon für richtige Happenings gesorgt, wie Anwohner berichten. In der Nacht zum Freitag etwa postierte sich eine Gruppe von Jugendlichen und beklatschte jeden geblitzten Autofahrer – und das nahezu ununterbrochen. Genaue Zahlen will die Stadt nicht nennen. Walter Rubsamen, der Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung, sagt nur so viel: "Die Akzeptanz für Tempo 30 scheint dort nicht besonders hoch zu sein." Er bestätigt, dass die Zahl der Temposünder an dieser Stelle deutlich über der normalen Quote von etwa zehn Prozent der Autofahrer liegt. Geblitzt wird über mobile Kontrollen auch an anderen Stellen entlang der Dreisam. Hier werden 6 bis 20 Prozent aller Fahrer beanstandet.

Stadtverwaltung hält die Beschilderung für ausreichend

Die Stadt will den neuralgischen Punkt Kronenstraße erst einmal noch den August und September über beobachten und dann eine erste Bilanz ziehen. Erst dann wolle man sich auch überlegen, ob man nachsteuern muss, meint Amtsleiter Rubsamen: "Wir stehen erst am Anfang, das geht sicher nicht so weiter".

Autofahrer klagen, dass auf die neue Regelung nicht durch auffälligere Schilder hingewiesen wird. Dem widerspricht man im Rathaus: "Die Beschilderung ist gut und aus unserer Sicht ausreichend", sagt Rubsamen. Er mahnt die Autofahrer, die Höchstgeschwindigkeit einzuhalten. Denn auch jenseits der Kronenstraße sei die ganze Nacht über mit Kontrollen zu rechnen – übrigens nun auch auf der Eschholzstraße im Stühlinger. Denn auch dort gilt seit kurzem nachts Tempo 30.

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Autor: Joachim Röderer