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18. Dezember 2014

Chanfukka bei der Jüdischen Gemeinde in Freiburg

Der neue Gemeinderabbiner Mark Pavlovsky hat die erste Chanukkakerze angezündet

2014 fällt Chanukka auf die Tage vor dem 24. Dezember – Auftakt mit Dompfarrer und Rabbiner.

  1. Wolfgang Gaber zündet die erste Chanukkakerze an – rechts Rabbiner Pavlovsky. Foto: Thomas Kunz

Erew Chanukka ist der Abend vor Chanukka, dem achttägigen jüdischen Lichterfest. Dieser Auftakt-Abend wird mit dem Anzünden des ersten von acht Lichtern gefeiert – jeden Abend kommt ein weiteres Licht hinzu. Am Dienstagabend fand der feierliche Auftakt in der jüdischen Einheitsgemeinde in Anwesenheit von Dompfarrer Wolfgang Gaber statt – und erstmals waren zum Chanukkafest auch der neue Gemeinderabbiner Mark Pavlovsky – seit Sommer im Amt – und der neue Gemeindekantor Elkana Hayoun zugegen.

Dass das erste Anzünden an dem besonderen achtarmigen Leuchter öffentlich geschehen soll, erklärt in seinem Grußwort an die Gemeinde der Rabbiner – und verweist auf prominente Orte, an denen dieser Tage weithin sichtbar die sogenannte Chanukkia leuchtet: am Eiffelturm in Paris, am Kreml in Moskau, beim Weißen Haus in Washington. "Und nun auch hier in Freiburg", ergänzt Pavlovsky vergnügt. Hier allerdings steht der achtarmige Festleuchter nicht draußen, sondern in der Synagoge – am Fenster. So werde die Freude über den Anlass für dieses jüdische Fest zumindest auch nach außen dokumentiert, so der Rabbiner. Gefeiert wird an Chanukka – das ist Hebräisch und bedeutet "Weihe" – die einstige Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels im Jahr 164 vor der christlichen Zeitrechnung. Damals beendeten die Makkabäer die Herrschaft der Seleukiden über Judäa – und entfernten den Zeus-Altar aus ihrem Tempel, den die Griechen dort errichtet hatten.

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Im Tempel sollte der siebenarmige Leuchter nie verlöschen. Die koscheren Ölvorräte im Tempel hätten jedoch gerade mal für einen Tag gereicht – berichtet wird also von dem Wunder, dass dieses wenige Öl acht Tage lang reichte, bis neues, geweihtes Öl hergestellt war. Deshalb hat der Festleuchter acht Lichter. Ein weiteres Licht an der achtarmigen Chanukkia gilt als der "Diener", das Licht, mit dem die Leuchterkerzen angezündet werden.

Am Dienstagabend ist es Wolfgang Gaber, der das erste Licht gemeinsam mit Rabbiner Mark Pavlovsky anzündet. Gaber wendet sich an die jüdische Gemeinde und lobt die gute Nachbarschaft, im übrigen, so stellt er fest, "befinden wir uns alle auf demselben Boden des Glaubens".

Koschere Berliner

Mit Chor und Kantor singen alle, um dann mit Sufganiot den Festauftakt zu beenden: Süßes fettgebackenes Krapfengebäck, das auch als Berliner durchgehen könnte. Das gibt’s an den acht Chanukkatagen in der jüdischen Gemeinde jeden Tag – koscher gebacken von der Bäckerei Lienhart, wie die Gemeindevorsitzende Irina Katz berichtet. Zwei festliche Chanukka-Anlässe folgen: Am Sonntag feiert die Jugend, am Dienstag, 23. Dezember findet um 18.30 Uhr der öffentliche Chanukka-Ball mit der Frankfurter Roman Kuperschmidts Klezmer-Musik-Band statt. Da es bei diesem Ball außer guter Musik auch Speisen gibt, muss man sich über die Website per E-Mail anmelden (http://www.jg-fr.de Und schließlich fällt dann in diesem Jahr der letzte Chanukka-Tag auf Heiligabend, den Auftakt zu Weihnachten.

Autor: Julia Littmann