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05. Juli 2009 18:05 Uhr

Blick hinter den Bauzaun

Die Propheten warten schon im Augustinermuseum

Bald beginnt der Endspurt: Im Februar 2010 soll der erste Bauabschnitt des Augustinermuseums fertig sein. Beim Augustinertag konnte am Sonntag interessierte Besucher einen Blick hinter den Bauzaun werfen.

  1. Vom Seitengäng ließ sich ein Blick ins neu gestaltete Kirchenschiff werfen, in dem die Propheten in Holzkisten auf die Enthüllung warten. Foto: Michael Bamberger

  2. Petra Ulrich (links) erklärt, wie man Glasmalerei restauriert. Foto: Michael Bamberger

  3. Die Baustellen-Führungen waren begehrt. Foto: Michael Bamberger

  4. Foto: Michael Bamberger

  5. Foto: Michael Bamberger

Bei Manfred Saß, emeritierter Münsterbaumeister, spürt man die Leidenschaft, die er in sich trägt für das Augustinermuseum. Er steht im Obergeschoss auf der Baustelle, an der Stelle, wo man von einer Treppe aus hinein blicken kann ins umgebaute Kirchenschiff auf die Wasserspeier oben und die zehn Münster-Propheten unten, die im Moment noch in schützenden Holzkisten verpackt sind: "Das wird ein Fest für die Augen und die Sinne", prophezeit Saß beim Rundgang am sehr gut besuchten und sonnigen Augustinertag gestern.

Es war der dritte Augustinertag und viele Besucher sind Stammgäste beim Blick hinter den Bauzaun. Und sie alle staunten über den Baufortschritt. Man sieht jetzt schon viel von dem, über das lange geredet und gerungen wurde. Etwa über das von Architekt Christoph Mäckler unterteilte Kirchenschiff mit den Propheten-Originalen vom Münsterturm – ein höchst umstrittener Punkt. Der Architekt Manfred Saß ist beim Blick in die in all ihren Ausmaßen nun erstmals richtig sichtbare Pfeilerhalle restlos begeistert. "Wunderbar luftig" sei es, die Figuren kämen bestens zur Geltung, sagt der ehemalige Münsterbaumeister: "Es ist eine wunderbare Sache für mich zu sehen, wo die Kerle hinwandern", meinte er bei der Führung mit Oberbürgermeister Dieter Salomon. Draußen auf dem Platz erklärte er den Nachbau des Original-Portals des Augustiner-Eremitenklosters aus dem Jahr 1278, das an der Salzstraße freigelegt wird und künftig von der Straße als Einblick ins Museum dienen wird – und von drinnen als Ausblick hinaus in die Altstadt. Auch für das Portal wurden gestern Spenden gesammelt.

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663 000 Euro hat das Kuratorium Augustinermuseum bis gestern zur Mittagszeit gesammelt – eine stolze Summe, lobte OB Salomon zu Beginn des letzten Augustinertags vor der Eröffnung, die im kommenden Februar geplant ist. "Der Zeitplan wird eingehalten", so der OB, der auf die einstimmige Entscheidung des Gemeinderats hinwies, das ehemalige Gebäude von Elektro Hauser an der Salzstraße in den Museumskomplex einzubeziehen.

Christian Hodeige, der Vorsitzende des Kuratoriums, hatte zuvor als Ehrengast schon Herbert Moser, den Leiter der Landesstiftung Baden-Württemberg, begrüßt. Die Stiftung unterstützt die Sanierung. Für Hodeige gibt es genauso wie für viele Freunde des Augustinermuseums keinen Zweifel: "Wir werden ein ganz großartiges Museum bekommen." Diese These stützen die Eindrücke der Baustellentour – ein Angebot, das viele hundert Gäste gestern genutzt haben. So öffneten sich auch im Tiefkeller erste Einblicke in die Schatzkammer der Zukunft. Ulrike Langbein, Leiterin der Geschäftsstelle des Kuratoriums, präsentierte den vierten Band des Patenschaftskatalogs "Der Vergangenheit eine Zukunft" – und den vom Stiftungsweingut gekelterten Augustinerwein.

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Autor: Joachim Röderer