Eine neue Schule für alle kann kommen

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Mi, 19. Oktober 2011

Freiburg

Gemeinderat fasst nach Debatte Grundsatzbeschluss.

Die Mehrheit des Gemeinderats hat gestern grundsätzlich begrüßt, eine Gemeinschaftsschule in Freiburg einzurichten – nach heftiger Debatte und gegen die Stimmen von CDU (10 von 48) und FDP (4).

Dabei fing die Sitzung harmonisch an. Oberbürgermeister Dieter Salomon gratulierte Berthold Bock zum Geburtstag, die Räte schlossen sich an, Walter Krögner rief "und trotzdem ist er hier". "Nur um Euch zu ärgern", entgegnete Bock und das gelang ihm bei Punkt 3. Der kreiste um längeres gemeinsames Lernen, Eckpunktepapiere dazu und die Frage, ob man – ohne einer konkreten Genehmigung vorzugreifen – die Einrichtung einer öffentlichen Gemeinschaftsschule befürwortet. Dafür warb Bildungsbürgermeisterin Gerda Stuchlik (Grüne). Solche Schulen für individuelles Fördern und mehr Chancengerechtigkeit würden bereichern, andere Schulen nicht vergessen. Birgit Woelki betonte: "Der Grundsatzbeschluss ist ein wichtiger Schritt."

Von Einheitsschule bis Bauchweh

Die CDU geht nicht mit, erklärte Berthold Bock. Es seien weder ein Konzept, noch klare Rahmenbedingungen den Landes erkennbar, die Eckpunkte Allgemeinplätze. Das Bildungssystem im Land sei hervorragend, die bestehenden Schulen sollten entwickelt werden. "Hinter der Gemeinschafsschule verbirgt sich nur die Einheitsschule." Gleichzeitig kritisierte Bock, dass es eine Eliteschule werde, weil sie mehr Personal und Raum als andere erhalten soll. "Wir stellen grundsätzlich die Notwendigkeit in Frage."

Stefan Schillinger (SPD) gratulierte zum Geburtstag "nicht zur Rede" und widersprach. "Wir beschließen nur, dass wir uns auf den Weg machen wollen." Kampfbegriffe seien unangemessen. Er glaubt, die Gemeinschaftsschule werde nachgefragt. Der FDP dagegen bereitet der Paradigmenwechsel Bauchschmerzen, so Sascha Fiek. "Ich sehe die Gefahr einer amorphen Masse." Vieles sei gut gemeint. "Aber unterm Strich: zu radikal, zu wenig klar." Das Nein der FDP sei nicht grundsätzlich.