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16. November 2010 17:10 Uhr

Uniheizkraftwerk

Freiburger Fernwärme-Deal wird unter Zeitdruck ausgehandelt

Einig sind sich Stadt, Badenova und Uniklinik noch nicht. Aber nun soll bis Februar ein Vertrag ausgehandelt werden. Dann könnte das Heizkraftwerk der Uniklinik Fernwärme für den Freiburger Westen liefern.

Zwei Stunden lang hat sich der Umweltausschuss des Gemeinderates am Montagabend in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Uniheizkraftwerk beschäftigt. Es geht darum, dass die Uniklinik Fernwärme für Bauprojekte im Freiburger Westen liefert, die vom Energieversorger Badenova vertrieben werden soll. Der Zeitdruck ist hoch, weil die Planungen im Westen weit fortgeschritten sind. Bis Februar soll nun ein Vertrag ausgehandelt werden.

"Wir erwarten jetzt eindeutige Signale von der Uniklinik zum geplanten Ausstieg aus der Kohle als Basis einer vertraglichen Regelung zur Übernahme von sauberer Wärme durch Badenova", erklärt Oberbürgermeister Dieter Salomon. Und Badenova-Chef Thorsten Radensleben betont, dass man trotz der bisherigen gescheiterten Kooperationsversuche ein Wärmenetz aus regenerativen Energien im Freiburger Westen anstrebe.

Zu einem Anteil von 20 Prozent wird das Klinik-Kraftwerk derzeit noch mit kolumbianischer Steinkohle befeuert. Die technische Abteilung der Klinik arbeitet aber bereits am Abschied von der Kohle.

Erste Tests waren erfolgreich. Im kommenden Jahr sind nun weitere Großversuche mit Holzpellets geplant. Im Winter 2011/12 soll das Kraftwerk ebenfalls mit Pellets gefahren werden. In spätestens fünf Jahren – aber wohl eher schon früher – könnte die Umstellung abgeschlossen sein. Diese ist auch deswegen eine knifflige Aufgabe, weil die Versorgung des Klinikums mit Strom und Wärme jederzeit garantiert werden muss.

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Zum ganz großen Durchbruch ist die Ausschusssitzung am Montag noch nicht geworden – nach vielen gescheiterten Anläufen in den vergangenen Jahren sitzt das Misstrauen auf beiden Seiten offenbar noch tief. Das blieb nicht verborgen.

"Die persönlichen Animositäten müssen beiseite gelassen werden– es gibt keine sachlichen Gründe, dass es nicht klappen könnte", meint CDU-Stadtrat Daniel Sander. Klare Ausstiegsszenarien von der Uniklinik erwartet auch Eckart Friebis, Stadtrat der Grünen. Er hofft, dass sich die beiden Parteien zusammenraufen: Die Fakten sprächen für eine Kooperation. "Es wäre fatal, wenn es nicht klappen würde und die Wärme weiter verpufft", meint Friebis. So nah wie jetzt ist eine Einigung noch nie gewesen.

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Autor: Joachim Röderer