Flexible Wohnheime am Möslepark

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Mi, 06. Dezember 2017

Freiburg

100 Flüchtlinge ziehen im Januar in eine neue Unterkunft der Stadtbau Freiburg in Littenweiler.

Der erste Bauabschnitt des groß angelegten Wohnheimprojektes an der Hammerschmiedstraße ist fertiggestellt. In die zwei von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Freiburger Stadtbau GmbH (FSB) realisierten Gebäude mit 15 Wohneinheiten in Littenweiler ziehen am 15. Januar 2018 insgesamt 102 geflüchtete Menschen ein.

Die meisten von ihnen wohnen bisher auf der anderen Straßenseite in Bestandsbauten aus den 1990er-Jahren. Diese sollen im Januar abgerissen werden, wie FSB-Geschäftsführerin Magdalena Szablewska bei einem Rundgang in der neuen Unterkunft am Dienstag nochmals deutlich machte. Die alten Gebäude seien in desolatem Zustand und längst überholt.

Auf dem insgesamt 8800 Quadratmeter großen Grundstück entstehen deshalb bis Ende 2019 insgesamt 48 Wohneinheiten mit rund 300 Plätzen. Die Betreuung der Flüchtlinge wird die Stadt Freiburg übernehmen, die auch die Unterkunft anmietet. Oberbürgermeister Dieter Salomon dankte dem Land Baden-Württemberg, das zum 18 Millionen teuren Projekt drei Millionen Euro beisteuert. Ebenso lobte er das gute "nachbarschaftliche Miteinander". Sowohl der benachbarte Tennisclub als auch die Schrebergärten seien sehr kooperativ gewesen.

Die beiden jetzt fertiggestellten Häuser stehen auf einem 2600 Quadratmeter großen Areal direkt neben dem Möslepark und haben eine Wohn- und Nutzfläche von rund 1300 Quadratmetern. Zusätzlich zu den Drei- und Vierzimmerwohnungen mit Küche und Bad gibt es Waschräume, Fahrradstellplätze und einen Spielplatz. "Wir legen großen Wert auf eine langfristige soziale und ökonomische Nachhaltigkeit", sagte Szablewska.

Da alle Wohneinheiten mit wenig Aufwand baulich verändert werden könnten, lasse sich in Zukunft flexibel auf demografische Veränderungen und unterschiedliche Nutzeranforderungen reagieren. Kurzum: Die Gebäude sollen später je nach Bedarf auch nicht geflüchteten Bürgern Wohnraum bieten.

Während der Sperrung der Höllentalbahnstrecke von März bis Oktober 2018 lässt die Stadtbau zu den Gleisen und der B31 hin zudem eine begrünte Schallschutzwand bauen. Mit dem zweiten Bauabschnitt auf dem gegenüberliegenden Gelände der bisherigen Bestandsbauten will die Stadtbau im Frühjahr 2018 beginnen. Dort entsteht neben einer weiteren Unterkunft für Flüchtlinge auch ein Gebäude, in dem sich Büros für die sozialen Dienste und Gemeinschaftsräume für alle Bewohner befinden – auch für Studierende, die dort ebenfalls einziehen.

Bei den Neubauten hat sich die Stadt für Massivbauweise statt der einst geplanten Holzbauweise entschieden. Es ist das erste Mal, dass die FSB Bauherrin eines Flüchtlingswohnheims ist. Kooperationsmodelle mit der Stadt gibt es bereits.