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21. Februar 2015 22:41 Uhr

Deutsch-Israelisches Jubiläum

Freiburg feiert den Rest vom Jahr die Diplomatie

Freiburg feiert 50 Jahre Diplomatie zwischen Deutschland und Israel. Jetzt startete das Jahresprogramm, das von einer Ausstellung über Nazi-Terror über einen I-like-Israel-Tag bis hin zum Fußballspiel von der Jugend von SC und Aviv reicht.

Freiburg feiert 50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel - und zwar den ganzen Rest vom Jahr. Oberbürgermeister Dieter Salomon und der israelische Generalkonsul Dan Shaham starteten am Samstagabend mit einem Festakt das Jahresprogramm mit über 30 Veranstaltungen - von einer Ausstellung über Nazi-Terror über einen I-like-Israel-Tag bis zum Kick zwischen der Jugend von SC und Maccabee Tel Aviv.

Die Anregung, etwas zum Jubiläum zu machen, kam von Shaham, der in München lebt und Generalkonsul für Süddeutschland ist. Entstanden ist ein Jahresprogramm, "das sehr beeindruckend ist", sagte Salomon bei der Auftaktveranstaltung im historischen Ratsaal. Unter den zahlreichen Gästen waren Vertreter der Jüdischen Gemeinde, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Schüler des Freiburger United World Colleges und Mitglieder des Freundeskreises Freiburg - Tel Aviv. Die beiden Städte verbindet seit 2012 eine offizielle Freundschaft, derzeit wird diskutiert, ob daraus bald eine ordentliche Städtepartnerschaft wird. Das sei die falsche Diskussion, meinte Salomon: Wenn Tel Aviv seine Partner aufliste, sei Freiburg immer dabei, und die anderen hätten auch keinen Vertrag. "Eine Urkunde ist eher deutsches Denken. Egal ob es eine gibt oder nicht: Wir haben eine Städtepartnerschaft." Es gebe Delegationen, Schüleraustausch und Zusammenarbeit.

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Die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten seien heute selbstverständlich, sagte Salomon: "Vor 50 Jahren war das alles andere als normal." Der OB erinnerte an den Völkermord im Zweiten Weltkrieg, die Gräuel der Deutschen, die Scham und die Verantwortung, "dass so etwas nie wieder passieren darf" . Heute, da sich Juden in Frankreich und Deutschland überlegen, ob sie auswandern, sei es richtig, den 50. Jahrestag zu feiern, sagte Salomon. Die jüdische Gemeinde in Freiburg habe heute wieder 800 Mitglieder. "Wir sind froh, dass wir jüdisches Leben in Freiburg haben", sagte Salomon und verwies mit Stolz auf die Demonstration gegen Pegida und Fremdenfeindlichkeit, die mit 20.000 Teilnehmern die größte in der Geschichte der Stadt war.

"Wer hätte das gedacht", sagte Dan Shaham zu dem Jubiläum 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges. "Wir waren erfolgreich", so der Generalkonsul. Und er meine damit nicht die Diplomaten, sondern die Menschen der Freiburger Institutionen, die das Jahresprogramm auf die Beine gestellt haben: unter anderem die Deutsch-Israelische Gesellschaft, der Freundeskreis, die Israelitische Gemeinde, Theater, Schulen, Chöre, Netzwerke und Ämter. Diese Leute hätten daran gearbeitet, eine Verbindung zwischen Deutschen und Israelis zu knüpfen. "Wir erinnern uns, was war", sagte Dan Shaham. Aber in den vergangenen 50 Jahren habe man sich gegenseitig kennengelernt - auch Musik, Tanz, Kunst, Essen und Wein. Der Generalkonsul sprach über Gemeinsamkeiten und Unterschiede wie etwa zwischen Baden-Württembergs Mittelstand und Israels Start-Ups, über Erfolge und Zukunftsperspektiven. "Wir haben genügend Vertrauen aufgebaut, dass es uns für die nächsten 50 Jahre Partnerschaft trägt."

Der Festakt wurde musikalisch begleitet vom Streichquartett der "Camerata Academica Freiburg" sowie den beiden Schülerinnen Dana Bostedt und Milena Djachi.

Die Broschüre zum Jahresprogramm ist erhältlich in der Information des Freiburger Rathauses, Rathausplatz 2-4.

Autor: sh