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07. September 2009 19:19 Uhr
Leif
Freiburg will Bildungshauptstadt werden
Zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Jahren ist Freiburg für ein Modellprojekt auf dem Bildungssektor ausgewählt worden. Mit dem 2,4 Millionen Euro teuren Projekt will Freiburg als Bildungshauptstadt durchstarten.
Für das von der Bundesregierung mit 2,4 Millionen Euro geförderte Projekt werden zehn Stellen geschaffen. Entstehen soll eine kommunale Bildungsberatung – und zwar für alle Altersklassen.
Bundesweit wurden nur 40 Konzepte ausgewählt, in Baden-Württemberg kamen Freiburg, Mannheim und der Rems-Murr-Kreis zum Zuge. In Freiburg verspricht man sich viel: "Wir wollen Bildungshauptstadt werden", sagte Bürgermeisterin Gerda Stuchlik Am Montag selbstbewusst. Sie verwies auf den Erfolg der Bildungsregion Freiburg, die ebenfalls über ein Modellprojekt mit der Bertelsmann-Stiftung entstanden ist. Die "Bertelsmänner" haben nun auch für "Leif" die Patenschaft übernommen.
Leif wolle, so Stuchlik, zur mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen und Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben durch durch gute Bildung. Hierzu werde ein Bildungsangebot für alle Lebensphasen aufgebaut. Bürgermeisterin Stuchlik kann sich vorstellen, dass jedes Kind vom Kindergarten an ein Portfolio erhält, in dem alle Stärken und Schwächen notiert werden.
Bildungsübergänge als Kernpunkt
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Vor allem um die so genannten Bildungsübergänge will sich eine kommunale Koordinierungsstelle kümmern: Hierbei sollen die Übergänge von der Schule in eine Ausbildung und von der Schule zur Universität im Mittelpunkt stehen. Als Partner sind Universität, Agentur für Arbeit, Handwerkskammer und auch die Industrie- und Handelskammer mit im Boot: 100 Lehrstellen sind derzeit in Südbaden unbesetzt, 400 waren es im vergangenen Jahr. "Uns treibt das Thema um: Wo bekommen wir die Facharbeiter her?", meinte IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Kempff am Montag nach der ersten Sitzung des Steuerkreises, an dem unter anderem die komplette Verwaltungsspitze, allen drei Bürgermeister und Schulpräsident Siegfried Specker teilnahmen.
Für Leif gibt es in Freiburg zwei Schwerpunkte: Umwelt- und Zukunftstechnologien. Bei der Umweltbildung steht der Stadt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt zur Seite. Auch die Freiburger Stiftungen sollen Partner werden.
Deutliche Schwächen hat die Stadt laut Bildungsbericht bei der Integration von Schülern mit Migrationshintergrund. Hier soll nun ein Gesamtkonzept entstehen, Migrantinnen und Migranten sollen auf ihrem Bildungsweg begleitet werden. Für den Stadtteil Brühl-Beurbarung sollen innovative Angebote gemacht werden: "Wir haben schon vieles, aber es läuft vieles nebeneinander her", so Stuchlik.
Die erste Aufgabe des Leif-Teams wird eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Angebote sein, sagte Veronika Schönstein, die das Projekt leiten wird. Sie rechnet für Mitte kommenden Jahres mit ersten Ergebnissen. Die gelernte Pädagogin hat Erfahrung mit innovativen Konzepten: Sie hat auch den Aufbau der beiden Modell-Bildungsregionen Freiburg und Ravensburg gesteuert. Dieses Projekt war so erfolgreich, dass es nun auf alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg übertragen wird.
- Kommentar: Leif ist noch viel zu abstrakt
Autor: Joachim Röderer
