Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

17. Juli 2017 18:24 Uhr

Stadtpolitik

Freiburgs Erster Bürgermeister Otto Neideck hört auf

Otto Neideck steht nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Seine Entscheidung sei endgültig, erklärte der CDU-Politiker. Alle Versuche, ihn umzustimmen, waren erfolglos.

  1. Schluss mit Stadtpolitik: Otto Neideck hört zum 31. März 2018 als Erster Bürgermeister der Stadt Freiburg auf. Foto: Ingo Schneider

Otto Neideck scheidet Ende März 2018 aus dem Amt. "Ich habe mich entschieden, für eine weitere Amtszeit nicht anzutreten", erklärte er am Ende der Sitzung des Hauptausschusses im Rathaus.

Der 63-jährige Neideck wird bei seinem Ausscheiden knapp 25 Jahre im Amt des Bürgermeisters sein. Er ist damit der Bürgermeister mit der längsten Amtszeit nach dem Krieg. "Es ist eine Entscheidung, die ich persönlich, menschlich und politisch sehr bedauere", kommentierte Oberbürgermeister Dieter Salomon Neidecks Entschluss.

"Irgendwann ist es gut" Otto Neideck
Eine "Erklärung in eigener Sache" hatte der Erste Bürgermeister am Ende der Ausschusssitzung angekündigt. Und erklärte dann dem Stadtparlament den Verzicht auf weitere Amtsjahre. "Irgendwann ist es gut", meinte der CDU-Politiker. Er habe erfüllte 47 Berufsjahre in der öffentlichen Verwaltung gehabt. Und fügte augenzwinkernd hinzu, er wolle sein Leben, solange er noch "bei halbwegs klarem Verstand" sei, außerhalb des Rathauses geordnet weiterführen.

Werbung


Seine Entscheidung sei abschließend und endgültig – es habe in den vergangenen Tagen viele erfolglose Versuche gegeben, ihn umzustimmen: "Ab 1. April 2018 bin ich Pensionär – am 31. März habe ich schon frei, das ist nämlich ein Samstag", fügte er mit dem ihm eigenen rheinländischen Humor an. Als quer durch die Fraktionen Worte des Bedauerns und Dankes kamen, grätschte er gleich dazwischen: "Von Grabreden bitte ich abzusehen."

"Wir hätten Sie gerne weiterbehalten" Maria Viethen
Dennoch gab es Wortmeldungen: "Wir hätten Sie gerne weiterbehalten", meinte Grünen-Fraktionschefin Maria Viethen. Es sei nun ein Rheinländer weniger im Gemeinderat, so Viethen, selbst gebürtige Rheinländerin. Wendelin Graf von Kageneck (CDU) berichtete von den Versuchen, den Ersten Bürgermeister zum Weitermachen zu überreden.

Als er der Fraktion am Samstag die Entscheidung verkündet habe, sei das "Wochenende eingetrübt" gewesen. SPD-Fraktionschefin Renate Buchen sprach von einer Zäsur, die da komme: "Es tut uns leid, dass Sie nicht noch eine Amtszeit dranhängen." Michael Moos (Unabhängigen Listen) lobte – bei allen unterschiedlichen Meinungen – Neidecks fairen und herzlichen Umgang: "Das war etwas Besonderes." Auch er bedauert die Entscheidung: "Man weiß ja nie, was nachkommt."

"Man kann nur den Hut ziehen vor dieser Leistung" Dieter Salomon
Patrick Evers (FDP) hob ebenfalls die rheinländische Komponente hervor, während Wolf-Dieter Winkler (Freiburg Lebenswert) mit dem Ersten Bürgermeister zum Umstimmen auf den Herdermer Hock wollte. "Ich habe persönlich höchsten Respekt vor dieser Entscheidung", erklärte OB Salomon. Wer so viele Amtsjahre auf dem Buckel habe, habe das Recht, den Ruhestand zu wählen. Fast ein Vierteljahrhundert habe Neideck die Stadtpolitik mitgeprägt: "Man kann nur den Hut ziehen vor dieser Leistung", so Salomon.

Damit steht fest, dass 2018 ein neuer Finanzdezernent gewählt werden muss. Das Vorschlagsrecht liegt bei der CDU-Fraktion.

Mehr zum Thema:

Autor: rö