Baustellen-Ende

Freiburgs Kronenbrücke ist eröffnet

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Mi, 12. Dezember 2018 um 13:13 Uhr

Freiburg

Der letzte Baustein des Großprojekts Rottecktram ist fertig: Die Kronenbrücke in Freiburg ist frei. Nach jahrelanger Sperrung können Autos, Radler und Fußgänger die Brücke wieder queren.

Strahlende Sonne, strahlende Gesichter – und ein erschrockenes Pärchen im ersten Auto, das auf Freiburgs neue Kronenbrücke fahren kann. Bei der feierlichen Eröffnung am Mittwochmittag schart sich eine Traube Fotografen dicht um den winzigen weißen Wagen aus dem Raum Waldshut-Tiengen. Durch das Beifahrerfenster streckt Oberbürgermeister Martin Horn ein Blumenstrauß ins Auto. Schnell bildet sich hinter dem Kleinwagen der erste Stau auf der neuen Brücke.

Dabei hatten Oberbürgermeister Martin Horn und Baubürgermeister Martin Haag kurz zuvor noch Bedenken, dass überhaupt ein Auto auf die Brücke fährt, weil es so lange nicht möglich war. Sie wird wieder eine wichtige Verkehrsverbindung.



Spektakulärer Bau

Im Februar 2015 begannen die Vorarbeiten für den Abriss der alten Kronenbrücke. Bald gab es Verzögerungen, weil Fundamente überraschend auftauchten, eine Hochdruckgasleitung gesichert werden und die Berechnung des Planungsbüros korrigiert werden musste. Das "Elefantenklo" war massiver als gedacht.

Dann aber erfolgten spektakuläre Bauschritte wie den Bau der Behelfsbrücke durch das THW Müllheim, das Einheben der riesigen Rohre für das Tragwerk unter der Brücke und das Betonieren der Platte über Nacht. "Die Show ist over", sagte Haag. Teilweise gab es an der Baustelle viele Zaungäste. "Ab Morgen ist wieder Normalbetrieb." Auch der Radweg unter der Brücke ist wieder frei.

Finale des Großprojekts Rottecktram

Durch die Verzögerung wurde das Projekt, das eigentlich vor einem Jahr fertig sein sollte, zum letzten Baustein des Großprojekts Rottecktram. "Wir wollten Ende 2018 fertig sein", sagte Haag. Das sei nun geschafft.

Die Baustellen für das Großprojekt legten über Jahre die halbe Innenstadt lahm. Es umfasst den 55 Millionen Euro teuren Bau der neuen Straßenbaulinie von der Kronenstraße über den Rotteckring zum Siegesdenkmal sowie die Erweiterung von Freiburgs Fußgängerzone samt Umgestaltung von Wegen und Plätzen wie dem Platz der Alten Synagoge.

15 Millionen Euro Kosten

"Wir feiern heute einen ganz besonderen Tag", sagte OB Horn mit Blick auf das Ende der Einschränkungen für Auofahrer und Radler vor zahlreichen Menschen, die zur Eröffnung gekommen waren: Nachbarn wie Schüler und Antoinette Klute-Wetterauer vom Angell, Stephan Bartosch und Oliver Benz von der Verkehrs-AG, Stadträtinnen und Stadträte, Vertreter des Lokalvereins und des Bürgerforums, der Badenova-Tochter BN-Netze, Michael Broglin von der Stadtreinigung, der frühere FWTM-Chef Bernd Dallmann und vor allem Tiefbauamtsleiter Frank Uekermann und sein Team, die den aufwändigen Bau gemanagt haben. Eine Gruppe von Bauarbeitern posierte am Rand für Fotos.

Der Kostenrahmen wurde Haag zufolge eingehalten: Zehn Millionen Euro kostet die neue Brücke mit ihrer besonderen Tragwerkskonstruktion, weitere 5 Millionen Euro die Arbeiten im Umfeld wie das Hin- und Herverlegen der B31 und der Anschluss der Radwege. Allerdings gibt es noch einen Rechtsstreit mit einer Baufirma und Planern um Baukosten in Höhe von 1 bis 1,5 Millionen Euro.

Für die Straßenbahn müssen unter anderem noch Oberleitungen installiert werden. Sie soll am 16. März mit Passagieren auf der neuen Strecke fahren. Voraussichtlich bis März wird neben der Brücke noch ein Kreisverkehr gebaut, um Autos bei der Einfahrt der Wilhelmstraße zu Bremsen. Fauler- und Wilhelmstraße werden an ihrem B-31-Ende bis dahin zur Sackgasse. Im Bereich der Brücke will das Rathaus 15 neue Bäume pflanzen.

Mehr zum Thema:

Fotos aus dem Archiv: Abgerissen und neu aufgebaut – die Verwandlung der Kronenbrücke

150 Laster und ein Video: Betonieren mit Wettergott

Rückblick: Ein Dossier mit Artikeln zum Rotteckring-Projekt