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19. Februar 2011
Heiße Phase für rote Nasen
Wahlkampfauftakt der "Linken": Ziel ist der Einzug in den Landtag.
Auf dem Infotisch liegen Werbe-Taschentücher "für rote Nasen", das Plakat über der kleinen Bühne fordert: "Sozialen Politikwechsel erkämpfen!" Von Kampf ist viel die Rede bei der Vorstellung der Freiburger "Linke"-Kandidaten am Donnerstag im Café Velo.
"Jetzt beginnt die heiße Phase", erklärt Lothar Schuchmann, Kandidat für Freiburg-West, und nennt auch das Ziel: "Erfolg heißt reinkommen in den Landtag!" Es gehe darum, den "Kampf gegen die Ungerechtigkeit zu gewinnen". Auch in Freiburg gebe es genug "Gründe zur Wut", sagt der 70-jährige Kinderarzt und beklagt mit sanfter Stimme, aber voller Empörung den "unglaublichen Skandal" der hohen Mieten und die Verschiebungen bei den Sanierungen der Schulen, die ohnehin "grotesk vernachlässigt" seien.Gründe für diese lokalen Probleme seien die Finanzkrise und das strukturelle Defizit der Gemeinden, so der Freiburger Stadtrat. Vermögens- und Spitzensteuersatz müssten erhöht, Leiharbeit, Dumpinglöhne und vor allem Kinderarmut bekämpft werden, so Schuchmann. Es gehe insgesamt um die "Wiederherstellung des Sozialstaats", denn "der neoliberale Mensch hat keinen Marktwert."
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Die Stoßrichtung des Wahlkampfauftakts ist klar: Auch der zur Unterstützung der Freiburger Genossen angereiste IG-Metall-Funktionär und Spitzenkandidat Roland Hamm geißelt die schwarz-gelbe Politik insgesamt als unsozial und präsentiert die Linke als einzige wirkliche Alternative. "Merkel & Co. spalten das Land", steht auf einem Plakat neben der Bühne.
Armin Wolff, Kandidat für Freiburg-Ost, hatte sich zuvor an "beliebten Linken-Klischees" abgearbeitet: "Ich lebe nicht von Hartz IV, habe keine langen Haare, keinen Karl-Marx-Gedächtnisbart und keine Nickelbrille." Der 42-jährige Biologe kokettiert vor den rund 50 Zuhörern damit, bisher politisch wenig in Erscheinung getreten zu sein: "Ich habe mich so angezogen wie auf dem Plakat, damit Sie mich wiedererkennen." Wolff attackiert die "institutionalisierte Korruption" der Politik und die "außerparlamentarischen Regierungen" der Lobby- und Wirtschaftsverbände – und zeigt ein Motto-T-Shirt, mit dem er auf Kommunismus-Vorwürfe reagiere: "Die DDR war doof… Und die Stasi war ganz, ganz blöd!"
Autor: Thomas Goebel
