missbrauch

Kind zurück- geschickt

Klaus Riexinger

Von Klaus Riexinger

So, 14. Januar 2018

Südwest

Die Leiden des neunjährigen Jungen, der von seiner Mutter (47) und deren Partner (39) zum sexuellen Missbrauch Freiern gegen Geld angeboten wurde, hätte schon früher beendet werden können. Wie das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald mitteilte, hatte das Jugendamt Kontakt zu dem in einer Freiburger Umlandgemeinde wohnenden Paar. Nach einem Hinweis der Polizei ließ die Behörde den Jungen im vergangenen März in Obhut nehmen. Nach einem Bericht der Badischen Zeitung hatte die Polizei das Jugendamt über die Vorstrafen des 39-Jährigen informiert. Er war 2005 wegen Besitzes und Verbreitung kinderpornografischer Schriften zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. 2010 verurteilte ihn dann das Landgericht Freiburg zu vier Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen. Zudem hatte er die Auflage, keinen Kontakt zu Kindern aufnehmen zu dürfen. Dennoch revidierte das Familiengericht die Entscheidung des Jugendamtes und wurde darin vom Oberlandesgericht bestätigt. Zurück bei seiner Mutter soll der schwere sexuelle Missbrauch fortgesetzt worden sein. Auch das Paar selbst soll sich daran beteiligt haben. Erst ein anonymer Hinweis auf einschlägige Angebote im Internet führte dann im September zur Festnahme des Paares. Obwohl der Zugriff nach einem Bericht der Badischen Zeitung spektakulär in aller Öffentlichkeit ablief, schlug der Vorgang in der Öffentlichkeit anschließend keine Wellen. So konnte die Staatsanwaltschaft ihre Fahndung nach den Freiern in aller Ruhe vorantreiben. Mittlerweile sind sechs Freier in Haft. Das Kind befindet sich in einer Pflegefamilie. Nachdem die Ermittlungen weitgehend abgeschlossen waren, gingen Staatsanwaltschaft, Landeskriminalamt und Polizei diese Woche an die Öffentlichkeit. Der Fall sorgt bundesweit für Aufsehen.rix
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